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Das Land der schlafenden Bomben: Es wird noch Jahre dauern bis Bosnien minenfrei sein wird

Laut Experten wird es noch Jahrzehnte dauern bis das Land minenfrei sein wird. (FOTO: AA/zVg.)

Mehr als 20 Jahre später, gibt es immer wieder Minenunglücke in Bosnien-Herzegowina. Jedes Jahr kommt es aus diesem Grund zu Unfällen mit Toten und Verletzten.

Internationale Organisationen unterstützen Bosnien-Herzegowina seit Jahren im Kampf gegen das grausame Erbe des Krieges. Obwohl der bewaffnete Konflikt gegen das Land mit dem Dayton-Vertrag beendet wurde, besteht nach wie vor die Gefahr durch Minen und Streubomben.

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Kurz vor ihrem Tod hat sich die “Königin der Herzen” in Bosnien-Herzegowina aufgehalten. Dort war sie für ihre Anti-Minen-Kampagne unterwegs und setzte sich für die Opfer von Landminen ein.

 

Minenexperten müssen noch rund 2,3 Prozent der Gesamtfläche des Landes säubern. Seit 1995 wurden 1.754 Explosionen, bei denen über 600 Menschen verletzt wurden, gezählt. 51 Minenräumer haben ihr Leben bei den Arbeiten verloren. Über Tausend Menschen wurden in Bosnien-Herzegowina durch Landminen verletzt. Schätzungen nach liegen noch 80.000 Landminen im Land verbeitet.

Im Jahr 2016 haben NGOs Pokemon-Go-Spieler vor Minenfelder in Bosnien-Herzegowina gewarnt. Wälder, Wanderwege oder Felder sind noch immer übersät mit Minen. Die Bestrebungen das Land minenfrei zu gestalten, stagnieren. Ziel der Minenexperten war Bosnien-Herzegowina bis 2019 gänzlich von Minen zu säubern.

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Der Job eines Minenräumers gehört wohl zu den Berufen mit der größten Verantwortung und höchstem Risiko. Einer von ihnen Admir Hamidović von der Föderalen Behörde für Zivilschutz in Bosnien-Herzegowina.

 

Die Arbeiten werden sich nun weiter verzögern. Laut Experten wird es noch Jahrzehnte dauern, bis  das Land völlig minenfrei sein wird. Zwar verfüge das Minenzentrum über Pläne, wo Kriegsparteien ihre Frontlinien und Schützengräber mit Minen abgesteckt haben, jedoch sind nicht alle Details bekannt.

Derzeit kommen die Experten nicht voran, da finanzielle Einschränkungen eine Rolle spielen. 90 Prozent der Minenräumung wird aus dem Ausland finanziert. Im April berichtete Balkan Insight, dass nur die Hälfte der 330 Millionen Euro, die für die Säuberungsaktionen vorgesehen waren, tatsächlich eingesetzt wurden.

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