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Mietprotest

Demo gegen Wiener Wohnen: Familie zahlt plötzlich 387 Euro mehr

Demo gegen Wiener Wohnen: Familie zahlt plötzlich 387 Euro mehr
(Foto: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Schimmel, marode Stiegenhäuser – und jetzt bis zu 50 Prozent mehr Miete. Am Handelskai brodelt es gewaltig.

Die Bewohner der Wohnhausanlage am Handelskai 214 haben genug: Hunderte Mieter machen ihrem Unmut Luft – über den Zustand ihrer Wohnungen ebenso wie über empfindliche Mieterhöhungen. „Der Zustand unseres Zuhauses ist katastrophal“, sagt Vedat Göksu, der die Demo auf die Beine gestellt hat. „Schimmel in vielen Wohnungen und für die Stiegenhäuser muss man sich schämen.“

Zahlreiche Bewohner schildern feuchte Wände, dunkle Flecken in Wohnräumen und vernachlässigte Gemeinschaftsflächen. Besonders Familien mit Kindern würden unter den Zuständen leiden, heißt es. In der weitläufigen Anlage am Handelskai leben insgesamt mehrere tausend Menschen.

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Drastische Mieterhöhungen

Doch die baulichen Mängel sind nur eine Seite des Problems – auch die finanzielle Lage treibt viele Mieter um. Mit dem Auslaufen einer Wohnbauförderung kam für zahlreiche Haushalte der nächste Schock: Mit lediglich zwei Monaten Vorlaufzeit seien die Mieten um bis zu 50 Prozent gestiegen. Für Initiator Vedat Göksu bedeutet das rund 300 Euro mehr im Monat.

Besonders hart trifft es eine fünfköpfige Familie: Bei Familie G. kletterte die Gesamtmiete im Oktober von 886 Euro auf 1.273 Euro – und das ohne Kosten für Heizung und Energie. Für viele Wohnungen sollen weitere Erhöhungen 2026 folgen. Am Freitag wollen die Mieter ihren Protest auf die Straße tragen und bei einer Demonstration „gegen Wiener Wohnen“ vom Karlsplatz bis zum Parlament ziehen.

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„Demonstration gegen Wiener Wohnen“: Wann: Freitag, 27.2., ab 17.30 Uhr | Wo: Karlsplatz bis Parlament.

Auch aus der Politik kommt scharfe Kritik. „Wir kritisieren vor allem, wie Wiener Wohnen hier mit der Situation umgeht. Von sozialer Fürsorge kann keine Rede sein. Die Höhe des Mietanstiegs kam für viele sehr überraschend. Wer kann sich so kurzfristig darauf einstellen oder gar eine neue Wohnung suchen?“, fragt sich Max Veulliet, Sprecher für die KPÖ Wien-Leopoldstadt.

Wiener Wohnens Antwort

Wiener Wohnen erklärte gegenüber „Heute“ bereits, dass es sich in dem Fall in Wien-Leopoldstadt nicht um eine „klassische Mieterhöhung“ handelt, sondern um das Ende der zeitlich befristeten Wohnbauförderung. Seit den 1970er-Jahren unterstütze die Stadt Wien den Bau von Gemeindewohnungen durch Förderungen, die günstige Mieten ermöglichen. Nach Ablauf dieser Förderungen gelten die vertraglich vereinbarten Mietpreise.

„Dank der Wohnbauförderung haben die Mieter viele Jahre außerordentlich günstig gewohnt. Schon beim Abschluss der Mietverträge war allerdings klar, dass diese Förderung zeitlich befristet ist. Daher wurde auch vertraglich ein Mietzins vereinbart, der nach dem Ende der Förderung gilt“, erklärte Wiener Wohnen.

Wiener Wohnen betonte zudem, die Mieter rechtzeitig vor Ablauf der Förderung zu informieren – auch, damit sie sich über bestehende Unterstützungsangebote informieren können. Dazu zählen die Soziale Beratung im Servicecenter in der Rosa-Fischer-Gasse 2 in Wien-Landstraße sowie die erweiterte Wohnbeihilfe NEU der MA 50. Darüber hinaus sei eine umfassende Sanierung des Karl-Heinz-Hora-Hofs geplant, die Dämmmaßnahmen, den Austausch der Fenster sowie Brandschutzmaßnahmen umfassen soll.

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KO KOSMO-Redaktion
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