Gesundheitsbewusste Verbraucher aufgepasst: Die vermeintlich gesunde Alternative zur Kuhmilch birgt ungeahnte Risiken. Experten fanden beunruhigende Substanzen.
Pflanzendrinks unter der Lupe
Als gesündere Alternative zur Kuhmilch haben sich Pflanzendrinks einen festen Platz in vielen Kühlschränken erobert. Doch eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung wirft Schatten auf dieses Image. Von 162 getesteten pflanzlichen Milchalternativen – darunter 39 Mandel-, 29 Soja- und 86 Hafergetränke – wiesen viele bedenkliche Belastungen mit Schimmelpilzgiften auf.
Besonders alarmierend: In 31 der 39 untersuchten Mandeldrinks fanden die Wissenschaftler Aflatoxin B1. Dieses Schimmelpilzgift gilt als krebserregend und kann das Erbgut schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft das gesundheitliche Risiko für Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren als „mittel“ ein – ein deutliches Warnsignal für Eltern.
Bei Ochratoxin A zeigt sich ein ähnliches Bild: 33 von 39 Mandelgetränken und 23 von 29 Sojadrinks enthielten diesen Schadstoff. Die Experten geben jedoch eine vorsichtige Entwarnung – die nachgewiesenen Mengen seien so gering, dass der Konsum für Kinder als „wenig bedenklich“ eingestuft wird.
Haferdrinks im Test
Die Analyse der Haferdrinks ergab in 67 von 86 Produkten Spuren von Deoxynivalenol. Hier besteht laut BfR kein Grund zur Sorge. Anders verhält es sich mit T-2- und HT-2-Toxinen, die in allen getesteten Hafergetränken nachgewiesen wurden. Zwar sei das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen gering, doch wer zusätzlich andere Haferprodukte wie Müsli oder Haferflocken konsumiert, erhöht seine Gesamtbelastung mit diesen Schadstoffen.
Die Untersuchung auf Tropanalkaloide verlief weitgehend unauffällig. Nur ein Sojagetränk enthielt so hohe Konzentrationen an Atropin und Scopolamin, dass gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen werden können.
Experten-Empfehlungen
Fachleute empfehlen daher eine abwechslungsreiche Ernährung, um die Aufnahme einzelner Schadstoffe zu minimieren. Wichtig zu beachten ist zudem, dass Schimmelpilzgifte nicht nur in Pflanzendrinks, sondern auch in anderen Lebensmitteln wie Getreide, Obst, Gemüse, Nüssen oder Kakao vorkommen können.