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Urlaubskosten

Der große Urlaubsmythos: War die Adria 1988 wirklich erschwinglicher als heute?

Der große Urlaubsmythos: War die Adria 1988 wirklich erschwinglicher als heute?
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein Magazin aus dem Jahr 1988 klagt über unbezahlbare Adria-Preise – und klingt dabei erschreckend aktuell.

Jeden Sommer kehrt dieselbe Debatte zurück: War der Urlaub früher leistbarer? Ein Blick in ein Magazin aus dem Jahr 1988 legt nahe, dass die Antwort ernüchternd ist – denn die Klagen von damals klingen verblüffend vertraut. Wie das Portal Yugopapir unter Berufung auf einen Artikel des Magazins Nada berichtet, warnten Journalisten bereits vor fast vier Jahrzehnten, dass eine vierköpfige Familie für zehn Tage Adria-Urlaub tief in die Tasche greifen musste – und das, bevor Anreise, Kaffee, Getränke oder Eis überhaupt in die Rechnung einflossen.

Konkret hieß es damals, dass schon ein einziger Urlaubstag für eine vierköpfige Familie ein ganzes Durchschnittsgehalt verschlingen würde. Reisebüros und Hoteliers behielten sich zudem vor, die Preise kurz vor Beginn der Hauptsaison noch einmal anzuheben – eine Ungewissheit, die unter der Bevölkerung erheblichen Unmut auslöste. Da die meisten Haushalte ohnehin bereits über 70 Prozent ihres Einkommens für Grundbedürfnisse aufwenden mussten, blieb vielen keine andere Wahl, als den Urlaub zu kürzen oder ganz darauf zu verzichten.

Adria gegen Griechenland

Bemerkenswert ist dabei nicht nur die finanzielle Belastung an sich, sondern auch, welche Alternativen damals ins Spiel kamen. Griechenland galt schon 1988 als der entscheidende Konkurrent der Adria – Apartments waren dort mitunter um die Hälfte günstiger zu haben. Das vermeintlich moderne Dilemma, ob man lieber nach Montenegro oder nach Griechenland fahren soll, ist damit keineswegs ein Phänomen unserer Zeit.

Allerdings bremste die damals grassierende Inflation und der sinkende Lebensstandard auch den Andrang auf griechische Ziele: Viele konnten sich selbst die günstigere Variante schlicht nicht mehr leisten. Für Jugoslawien wird für das Jahr 1988 eine jährliche Inflationsrate von rund 150 Prozent angegeben, was die wirtschaftliche Belastung der Haushalte drastisch verschärfte.

Rückgang einheimischer Gäste

Tourismusfachleute registrierten seinerzeit bereits einen spürbaren Rückgang bei einheimischen Gästen, während ausländische Urlauber zunehmend auf andere mediterrane Destinationen mit niedrigerem Preisniveau auswichen.

Was sich seither verändert hat, sind im Wesentlichen die Währung und die konkreten Beträge – die strukturellen Dilemmata der Reisenden hingegen sind über Jahrzehnte nahezu unverändert geblieben.

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KO KOSMO-Redaktion
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