Start POLITIK Der „Schlächter von Srebrenica“, Ratko Mladić, will finales Urteil hinauszögern
DEN HAAG

Der „Schlächter von Srebrenica“, Ratko Mladić, will finales Urteil hinauszögern

Mladic wurde im Mai 2011 verhaftet. (Foto: Twitter)

Vor drei Jahren wurde der ehemalige Kommandant der Armee der Republik Srpska zu lebenslanger Haft verurteilt. Mladić legte Berufung ein und wies alle Vorwürfe von sich. Nun fordert sein Verteidiger, den endgültigen Urteilsspruch zu verschieben.

Im November 2017, 22 Jahre nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina wurde Ratko Mladić zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde für den Genozid in Srebrenica sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in insgesamt zehn von elf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Mladić ging in Berufung. Bereits im Vorfeld hatte der Ex-Kommandant mehrere Male sein Berufungsverfahren verzögert. Nun will er scheinbar ein weiteres Mal das finale Urteil hinauszögern.

Mladićs Verteidigung hat beantragt, den endgültigen Urteilsspruch vor dem Tribunal in Den Haag zu verschieben. Die Begründung: Sowohl die Verteidiger als auch ihr Mandant sollten persönlich im Gerichtssaal anwesend sein, fordern sie. Einer seiner Verteidiger, Dragan Ivetić, befindet sich nämlich aktuell in stationärer Behandlung. Aufgrund seiner fortlaufenden Behandlung sei dieser nicht in der Lage, an der geplanten Urteilsverkündung teilzunehmen:

„Angesichts der unvorhergesehenen, unglücklichen und extremen Umstände bittet die Verteidigung von Ratko Mladić die Berufungskammer respektvoll darum, die Urteilsverkündung zu stoppen und zu vertagen, bis beide Verteidiger mit ihrem Mandanten persönlich im Gerichtssaal anwesend sein können“, so der zweite Verteidiger Branko Lukić in einer Erklärung. Bisher ist die Verkündung des endgültigen Urteils gegen den „Schlächter von Bosnien“ für den 8. Juni angesetzt.

Im Antrag zur Aufschiebung des Verfahrens schreiben die Verteidiger weiter: „Unmittelbar nach der Festlegung des Datums für die Urteilsverkündung hatte Ratko Mladić erklärt, er lehne jede Art von Videokommunikation ab und bestehe darauf, dass er persönlich im Gerichtssaal anwesend sein kann – in Begleitung seiner beiden Verteidiger Branko Lukić und Dragan Ivetić.“

Im November 2017 war Ratko Mladić vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag wegen Völkermordes, der Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Krieges in Bosnien in den 1990er Jahren schuldig gesprochen worden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Wie bereits erwähnt wurde gegen das Urteil jedoch Berufung eingelegt. Es ist nicht rechtskräftig.

Quellen und Links:

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