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Gesundheitsalarm

Diabetes-Alarm: Jeder fünfte Mann zuckerkrank ohne es zu wissen!

Diabetes zuckerkrank test arzt
(Symbolbild FOTO: iStock)

Jeder fünfte Erwachsene in Österreich steht am Rande der Zuckerkrankheit, ohne es zu wissen. Bei Männern ist das Risiko besonders hoch.

Eine aktuelle Studie österreichischer Forscher zeigt alarmierend hohe Zahlen: Etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Österreich leiden an Prädiabetes (Vorstufe des Diabetes), einer Vorstufe der Zuckerkrankheit. Bei knapp drei Prozent wurde zudem ein bislang unerkannter Diabetes festgestellt. Diese Erkenntnisse basieren auf der Auswertung von rund 6,4 Millionen Gesundenuntersuchungen.

Die altersstandardisierten Prävalenzraten liegen bei 19,7 Prozent für Prädiabetes und 2,7 Prozent für nicht diagnostizierten Diabetes. Besonders auffällig: Männer sind deutlich häufiger betroffen – sowohl bei Prädiabetes (23,6 Prozent gegenüber 16,5 Prozent bei Frauen) als auch bei unerkanntem Diabetes (3,6 Prozent gegenüber 3,0 Prozent).

Forschungslücke geschlossen

“Daten zur Prävalenz (Häufigkeit; Anm.) von Prädiabetes mit dem Risiko für die Entwicklung von Diabetes mellitus und von unentdecktem Diabetes sind in Mitteleuropa rar, aus Österreich bisher nicht vorhanden”, erklären Caren Sourij von der Universitätsklinik Graz und ihre Kollegen in ihrer kürzlich in “Obesity Facts” veröffentlichten Arbeit.

Die Wissenschaftler kombinierten für ihre Untersuchung Daten aus Gesundenuntersuchungen bei Personen über 18 Jahren aus dem Zeitraum 2017 bis 2023 mit Erkenntnissen aus einer Beobachtungsstudie bei Menschen mit bereits diagnostiziertem oder noch nicht festgestelltem Diabetes. Insgesamt flossen 6,9 Millionen Nüchtern-Blutzuckertests in die Analyse ein.

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Konstante Zahlen

Nach Ausschluss von rund 36.000 Personen mit bekanntem Typ-1-Diabetes und etwa 480.000 Menschen mit diagnostiziertem Typ-2-Diabetes verblieben Daten von mehr als 6,4 Millionen Personen für die Auswertung, darunter etwa 3,6 Millionen Frauen.

Die Erhebung zeigt eine bemerkenswerte Konstanz: Während 2017 einem Anteil von sieben Prozent mit bekanntem Typ-2-Diabetes ein Anteil von 2,8 Prozent mit nicht diagnostizierter Zuckerkrankheit gegenüberstand, belief sich das Verhältnis 2023 auf 6,7 zu ebenfalls 2,8 Prozent.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) hatte bereits Anfang November darauf aufmerksam gemacht, dass nach Schätzungen rund zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung an Diabetes mellitus leiden, wobei nur etwa 70 Prozent der Erkrankungen tatsächlich diagnostiziert sind.

Eine separate Untersuchung bei rund 3.000 stationär in oberösterreichischen Krankenhäusern aufgenommenen Patienten ergab sogar, dass mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) entweder an Prädiabetes oder Diabetes litt.

Wobei anzumerken ist, dass Krankenhauspatienten naturgemäß eine gesundheitlich besonders belastete Bevölkerungsgruppe darstellen.