Ein sechsjähriges Mädchen verhinderte am Sonntag durch ein SOS-Handzeichen eine drohende Entführung in der Garage der Lugner City am Wiener Neubaugürtel. Die alarmierten Polizisten erkannten das internationale Notsignal umgehend und schritten ein. Schnell wurde die gefährliche Situation der Familie offensichtlich. Die Mutter der Kinder brach schließlich weinend zusammen und bat um Hilfe. Wie sich herausstellte, hatte sie erst kürzlich eine einstweilige Verfügung gegen ihren ehemaligen Partner erwirkt.
Der Vorfall nahm seinen Anfang, als der Mann die Frau und ihre Kinder am Sonntagabend auf offener Straße abfing und mit einem Messer bedrohte. Unter Zwang mussten sie in sein Fahrzeug steigen. Bei der anschließenden Durchsuchung entdeckten die Einsatzkräfte insgesamt vier Messer – drei im Fahrzeug und eines im Kinderwagen versteckt.
Polizeieinsatz
Die Festnahme des Verdächtigen erfolgte, nachdem er nach einem Blechschaden in der Tiefgarage der Lugner City keine Ausweisdokumente vorlegen konnte. Der andere Unfallbeteiligte verständigte daraufhin die Polizei.
Die 34-jährige Mutter, ihre sechsjährige Tochter und das einjährige Baby blieben bei dem Vorfall glücklicherweise unverletzt. Das ältere Kind bewies bemerkenswerte Geistesgegenwart und zeigte den Beamten sofort das international anerkannte SOS-Handzeichen. Diese Notfallgeste wird ausgeführt, indem zunächst die Handinnenfläche präsentiert, dann der Daumen in die Mitte gelegt und schließlich die vier übrigen Finger darüber geklappt werden. Die Bewegung wird mehrfach wiederholt, um Aufmerksamkeit zu erregen.
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Politische Reaktion
Am Rande des in Wien stattfindenden Gewaltschutzgipfels würdigte Innenminister Gerhard Karner laut Kurier den Mut des Mädchens für das gezeigte SOS-Signal. Er betonte die Notwendigkeit, konsequent gegen Gewalt vorzugehen und die gesellschaftliche Wahrnehmung dafür zu schärfen.
Gegen den Tatverdächtigen bestand aufgrund früherer Gewaltvorfälle bereits ein Betretungsverbot. Wie Karner im Kurier mitteilte, habe das Bundesamt für Asyl ein Verfahren zur Aberkennung des Asylstatus des irakischen Staatsangehörigen eingeleitet.
Künftig könnten Betretungs- und Annäherungsverbote durch elektronische Hilfsmittel wie Arm- oder Fußfesseln überwacht werden.
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