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REPORTAGE

Die Geheimnisse der Wiener Bordelle

„Entweder eine Beziehung – oder Prostitution!“

Iuliana ist 20 Jahre alt und arbeitet bereits seit anderthalb Jahren, seitdem sie aus Rumänien nach Wien kam, als Prostituierte. Ihr hat diese Arbeit geholfen, Deutsch und Englisch zu lernen, was ihr am Anfang ihrer Zeit in Österreich große Probleme bereitet hatte. „Früher habe ich sehr schwer Arbeit gefunden, weil ich die Sprachen nicht konnte. Als ich allerdings angefangen hatte zu arbeiten, habe ich in zwei Monaten beide Sprachen gelernt. Eine große Rolle spielte bei ihrer Berufswahl auch das Kollektiv: „Meine Arbeitskolleginnen und ich verstehen uns in der Arbeit sehr gut, aber wir treffen uns auch privat. Wir hatten noch nie Konflikte um die Aufteilung der Kunden. Wir verabreden uns über die Arbeit spontan, und weil wir fast alle dieselbe Muttersprache sprechen, fühle ich mich hier wie zu Hause, nicht wie im Ausland.“

FOTO: Igor Ripak

Auf die Frage, ob ihr diese Arbeit schwerfällt, wenn einer der Gäste nicht nach ihrem Geschmack ist, antwortet sie entschieden: „Ich suche mir meine Kunden aus. Wenn ich mit jemandem nichts anfangen will, dann muss ich das auch nicht.“ Bisher, sagt sie, gab es keine Situationen, in denen Kunden ihr gegenüber unangenehm oder aggressiv waren. Während des Sexes selber gab es die unterschiedlichsten Wünsche, aber keiner davon brachte sie in eine unangenehme Situation. Aber wie jede Arbeit hat auch diese ihre schlechte Seite: Es ist schwer, sie auszuüben und daneben auch eine Beziehung zu haben. „Es ist nicht gut, eine Beziehung und diesen Job gleichzeitig zu haben. Es ist einfach entweder dies oder das“, schließt Iuliana. Dennoch glaubt sie nicht, dass sie in näherer Zeit eine Beziehung dem Job vorziehen wird.

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