Die traurige Geschichte hinter der Austropop-Legende mit bosnischen Wurzeln (VIDEO)

HANSI DUJMIĆ

Die traurige Geschichte hinter der Austropop-Legende mit bosnischen Wurzeln (VIDEO)

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Hansi-Dujmic
(FOTO: zVg.)

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Seine Ballade „Ausgeliefert“ zählt bis heute zu einer der schönsten des Austropops, aber nur wenige wissen, dass er Vorfahren in Bosnien-Herzegowina hat.

Am 30. Dezember 1956 kam Hansi, als Davor Ljubomir Johannes Dujmić, in Wien zur Welt. Dem später landesweit bekannten Sänger wurde das musikalische Talent bereits von seinen Eltern in die Wiege gelegt. Sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits sind zahlreiche Sänger, Gitarristen und andere Künstler im Familienstammbaum zu finden. Er wuchs in der Hauptstadt zusammen mit seiner Mutter, der Ungarin Margit, Tochter einer großbürgerlichen jüdischen Familie aus Bratislava und seinem Vater, Adolf Dujmić, Sohn eines bosnischen Eisenbahners aus Konjic auf.

Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft lernten sich seine Eltern während des Zweiten Weltkrieges 1943 in Bratislava kennen und lieben. Hansi Dujmićs Vater war sowohl als Journalist, als auch als Kaufmann in Kroatien tätig. Margit, seine Mutter, studierte Operngesang an der Wiener Akademie, durfte aber aufgrund ihrer Konfession ihren Beruf nicht ausüben.

Bereits seit seinem 12. Lebensjahr spielt Hansi mit großer Leidenschaft Gitarre und schaffte drei Jahre später die Aufnahmeprüfung für die Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien, wo er ein Begabtenstipendium für „Klassische Gitarre“ erhielt. Seinen ersten TV-Auftritt hatte Hansi im ORF-Jugenmagazin „Ohne Maulkorb“ wo er mit seinen 17 Jahren bereits internationale Aufmerksamkeit auf sich zog. Das Angebot einer Münchner Plattenfirma lehnte er aufgrund seiner damaligen Freundin ab.

Erste große musikalische Erfolge
Bis zu seiner Heirat 1977 war Hansi Dujmić vielseitig künstlerisch Tätig. Die Ehe mit der sieben Jahre älteren Olga Katharina zerbrach allerdings relativ schnell. Trotz diverser privater und beruflicher Rückschläge versuchte er weiterhin seine ersten großen Erfolge als Musiker zu feiern. Der erste Schritt in diese Richtung gelang ihm 1980 mit seiner Kultband „Chaos de Luxe“.

1986 zeigte die Veröffentlichung von der heute zum Kult zählenden Austropopballade „Ausgeliefert“ und sein englischer Song „Don’t Say No“ endlich den gewünschten Erfolg. Das seiner Freundin und späteren Frau Brigitte gewidmete Liebeslied schaffte es in den österreichischen Single-Charts in die Top 10 und hielt sich dort über mehrere Wochen. Gleichzeitig ist Hansi Dujmić auch als Schauspieler erfolgreich. Die Rolle und das damit verbundene Image als Elvis, im gleichnamigen Musical, und die eines Zuhälters setzten dem Musiker allerdings stark zu.

Tragischer Tod
Noch zur Zeit seiner ersten Ehe mit Olga litt Hansi unter starken Depressionen, diese trieben ihn 1979 in die Heroinsucht. Im Jahr darauf unterzog er sich einem Entzug im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, welcher aber, im Nachhinein betrachtet, nicht ewig anhielt. Noch am Tag vor seinem Tod war Dujmić nach einer (vorgetäuschten) Tablettenvergiftung entlassen worden. Am Morgen des 21. Mai 1988 wurde sein toter Körper in der Jadengasse 4 (15. Bezirk) aufgefunden. Grund für seinen unerwarteten Tod war eine Überdosis Heroin, die er von einem ihm nicht bekannten Dealer erhalten hat.

(FOTO: Wikimedia Commons)

Hansi Dujmić wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33A, Reihe 1, Nummer 1) beigesetzt. Posthum wurde „Don’t Say No“ als Hymne seiner Fans zur Nummer 1 der österreichischen Single-Charts. Auch seine letzte, erst zwei Tage vor seinem Tod abgedrehte, TV-Rolle in der bekannten Serie Tatort wurde ausgestrahlt.

Eine Auswahl seiner größten Hits, findet ihr auf der zweiten Seite!

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Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien der gebürtige Wiener bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.