Start NEWS PANORAMA Diese Horrorgeschichte steckt hinter dem Lied „Đurđevdan“ (VIDEO)
ENTSTEHUNG

Diese Horrorgeschichte steckt hinter dem Lied „Đurđevdan“ (VIDEO)

(FOTO: zVg.)

In der Version von Bijelo Dugme bzw. Goran Bregović gehört der Song zu den größten Hits der Balkanmusik. Auch international erfreut sich das Lied großer Beliebtheit.

Auch wenn man anhand des Textes zuerst glauben würde, dass es sich um ein Liebeslied handelt, so stammt die Entstehungsgeschichte aus dem wohl dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte.

Die lyrischen Zeilen zu „Đurđevdan“ entstanden laut dem Historiker Žarko Vidović aus einem Gefangenenzug, mit welchem Menschen im Jahr 1942 von Sarajevo aus in das Konzentrationslager Jasenovac gebracht wurden.

„Đurđevdanski Uranak“
Am 6. Mai 1942, dem Georgstag (Đurđevdan) wurden 3.000 Personen auf Anordnung des Unabhängigen Staates Kroatien (Nezavisna država Hrvatska – NDH) in Viehwagons gesteckt. Diese Aktion wurde vom NDH-Regime als Đurđevdanski Uranak“ (Wecken des St. Georgstags) bezeichnet. Auf ihrem Weg in das Todeslager hatten die Gefangenen weder etwas zu Essen noch zu Trinken.

Überlieferungen behaupten, dass ein Mitglied des serbischen Kulturvereins „Sloga“ aus Sarajevo in genau jenem Zug zum ersten Mal die Textzeilen „Proljeće na moje rame slijeće, đurđevak zeleni, svima osim meni – Đurđevdan je!“ (Es landet der Frühling auf meiner Schulter. Die Maiglöckchen blühen jedem, nur nicht mir. es ist St. Georgs Tag!“) gesungen haben.

Genervt vom Gesang sollen die Ustascha schließlich die Luftschlitze der Wagons geschlossen haben. Aufgrund der fehlenden Frischluftzufuhr und anderer schrecklicher Zustände im Zug starben 1.000 Gefangene auf dem Weg nach Jasenovac. Von den übriggebliebenen 2.000 erlebten nur rund 300 Personen das Kriegsende.

Von Bregović adaptiert
Später wurde der Text von Goran Bregović aufgegriffen. In der Version von Bijelo Dugme entwickelte sich das Lied zu einem der größten Hits des Balkans.

Ein Video von der Entstehungsgeschichte, ausgestrahlt von Radio Televizija Bijeljina, findet ihr auf der zweiten Seite!