Start NEWS POLITIK Dodiks umstrittenes Staatsgeschenk: 12,5 Mio. Euro wert & Nazi-Beute?
SKANDAL

Dodiks umstrittenes Staatsgeschenk: 12,5 Mio. Euro wert & Nazi-Beute?

(FOTO: zVg.)

Die Affäre rund um das vergoldete Heiligenbild, welches Dodik dem russischen Außenminister als Geschenk überreicht hatte, soll 12,5 Millionen Euro wert sein.

Ende Dezember schenkte das serbische Mitglied und der derzeitige Vorsitzende des dreiköpfigen bosnisch-herzegowinischen Staatspräsidiums, Milorad Dodik dem russischen Außenminister Sergei Wiktorowitsch Lawrow eine vergoldete Ikone. Später stellte sich heraus, dass es dieses Heiligenbild vor Jahren aus der ukrainischen Stadt Lugansk gestohlen wurde. Die bestätige auch ein Stempel auf der Rückseite der Ikone: „UdSSR. Volksbildungsausschuss. Ukrnauka. Regionalkommission von Odessa.“

Ursprünglicher Besitzer?
Wie das bosnische Medium BN TV berichtet, soll die Ikone unglaubliche 12,5 Millionen Euro wert sein. Der Sender beruft sich hierbei auf Informationen aus Dodiks Kabinett selbst. Das Heiligenbild soll sich im Bankdepot der „Srpska Banka“ befunden haben. Ursprünglich stamme die Ikone vom Inhaber der litauischen UKIO Bank, allerdings wisse man nicht, wie sie in das Depot gelangt sei. Mit dem Geschenk an den russischen Außenminister habe der Vorsitzende des bosnisch-herzegowinischen Staatspräsidiums versucht, die Beziehungen zu Russland noch mehr zu festigen.

Zu diesen Behauptungen nahm Dodik bisher noch nicht Stellung. Im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte er, dass um eine „Familienikone“ einer Familie der Republika Srpska handle. „Ich werde diejenigen anrufen, die mir die Ikone gegeben haben und ich werde sie ihnen öffentlich zurückgeben. Den Rest müssen dann sie erledigen“, erklärte er weiter.

„Dodik lügt“
Währenddessen bezichtigt der ukrainische Außenminister Dymtro Kuleba den bosnischen Politiker der Lüge. „Die ukrainische Ikone verbrannte sogar den zynischen russischen Diplomaten die Hände, die sie ablehnten. Aber Herr Dodik lügt weiter und übertrifft seine alten Freunde. Die Ukraine fordert ferner die Rückgabe der Ikone“, schrieb Kuleba auf Twitter. In Kürze soll ein Treffen zwischen dem ukrainischen Botschafter für Kroatien und Bosnien und Herzegowina, Wassili Kirilich mit Außenministerin Bisera Turković und mit Generalstaatsanwältin Gordana Tadić stattfinden.

Herkunftstheorie: Von Nazis gestohlen
Das Portal „Tacno.net“ sieht im sowjetischen Siegel auf der Rückseite des Heiligenbilds einen Hinweis darauf, dass es während des Zweiten Weltkriegs gestohlen wurde. Auf Befehl von Hermann Göring wurden 1944 kurz vor dem Rückzug unzählige Kunstwerke gestohlen.

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Sollte sich dies als wahr herausstellen, so sei das laut dem Medium ein Beweis dafür, dass auf den Balkan-Schwarzmärkten mit Nazi-Beute gehandelt werde und dass hohe Politiker der Region Zugang zu diesen kriminellen Netzwerken haben.

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