In den frühen Morgenstunden, kurz nach Mitternacht, rückten Feuerwehrteams aus Thalgau, Unterdorf und Hof in Salzburg sowie aus Mondsee und Guggenberg in Oberösterreich zu einem schweren Verkehrsunfall aus. Ein slowakischer Reisebus mit zehn Passagieren an Bord, der auf dem Heimweg aus Salzburg in Richtung Wien unterwegs war, verirrte sich in einen Baustellenbereich nahe der Autobahnauffahrt Thalgau.

Durch eine unglückliche Abfolge von Manövern streifte der Bus wiederholt die Betonleitwände beiderseitig, bevor er letztlich seitlich umstürzte. Bei Ankunft der Retter waren sieben Personen noch im Inneren des Fahrzeugs eingeschlossen, einige davon schwer eingeklemmt. Durch das beherzte Eingreifen der Feuerwehrleute und Rettungssanitäter konnten alle Insassen schließlich befreit werden.
Unermüdlicher Einsatz
Der Einsatzleiter und Flachgauer Bezirksfeuerwehrkommandant, Klaus Lugstein, schilderte, wie mit Spreizern und Schneidgeräten Zugang zum Bus geschaffen wurde. „Vier Leute mussten wir mit technischen Geräten befreien“, erzählte er, und ergänzte, dass innerhalb von etwa 15 Minuten nach der Alarmierung die letzte Person dem Roten Kreuz übergeben werden konnte. Dieser rasche Einsatz verhinderte Schlimmeres.
Anschließend wurden alle zehn Verletzten zur weiteren Behandlung in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Drei davon erlitten schwere Verletzungen. Für die Dauer der Rettungs- und Bergungsmaßnahmen blieb die Autobahn A1 für sechs Stunden gesperrt, wobei sich rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten vor Ort engagierten.
Ursachenforschung und Sicherheitsmaßnahmen
Die genaue Ursache des Unfalls bleibt noch unklar. Ein Atemalkoholtest des 57-jährigen slowakischen Busfahrers verlief negativ. Der Fahrer konnte keine Erklärung für die Kollision mit der Betonwand liefern, obwohl er angab, circa 100 km/h gefahren zu sein – in einem Bereich, in dem lediglich 60 km/h erlaubt sind.
Als Präventivmaßnahme wurde der Reisebus auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Auswertung des Fahrtenschreibers ergab bisher keine Auffälligkeiten. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an.