Mit einem inszenierten Kajakunfall wollte er sein altes Leben hinter sich lassen. Statt Freiheit in Georgien erwarten den dreifachen Vater nun 89 Tage Gefängnis.
Ein 45-jähriger Mann hat in den USA einen Kajakunfall inszeniert, um seinen Tod vorzutäuschen und ein neues Leben zu beginnen. Im August 2024 brachte er sein Kajak auf dem Green Lake absichtlich zum Kentern und warf persönliche Gegenstände ins Wasser. Anschließend flüchtete er mit einem Schlauchboot ans Ufer, reiste über Kanada nach Georgien und versuchte dort, mit einer Internetbekanntschaft neu anzufangen. Laut New York Times erklärte Staatsanwältin Gerise LaSpisa, der Mann habe diese Täuschung begangen, um seinem Leben als Ehemann und dreifacher Vater in Wisconsin zu entfliehen. Seine Strafe beträgt nun 89 Tage Gefängnis – exakt die Anzahl der Tage, die er als vermisst galt.
📍 Ort des Geschehens
Die Suche nach seiner vermeintlichen Leiche dauerte über acht Wochen und wurde mit Tauchern sowie Sonargeräten (Unterwasser-Ortungsgeräte) durchgeführt. Für die entstandenen Aufwendungen zahlte der Mann bereits eine Entschädigung von etwa 40.000 Dollar (rund 37.000 Euro). Verdächtig erschien den Ermittlern, dass der Vermisste vor seinem Verschwinden seinen Browserverlauf gelöscht und einen neuen Reisepass beantragt hatte.
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Die Behörden konnten ihn schließlich durch Telefon- und E-Mail-Daten auf seinem Laptop aufspüren. Eine Kontaktperson, die Russisch sprach, half bei der Kommunikation. Ryan Borgwardt musste den Ermittlern sogar ein Video zur Bestätigung seiner Identität senden. Im Dezember kehrte er freiwillig in die USA zurück und wurde wegen Behinderung der Justiz angeklagt.
Geplante Flucht
Amerikanische Medien berichten, dass der 45-Jährige online eine Frau kennengelernt hatte. In zahlreichen Nachrichten versicherte er ihr seine Gefühle und seinen Wunsch, gemeinsam in Georgien neu anzufangen. Der dreifache Vater transferierte Geld ins Ausland, ließ seine Vasektomie rückgängig machen und recherchierte Methoden, um erfolgreich unterzutauchen. Zusätzlich hatte er seinen zweiten Reisepass beantragt und seine Computerfestplatten gelöscht, um digitale Spuren zu verwischen.
Bei der Verhandlung am Dienstag zeigte sich der Mann reuig.
„Ich bedaure zutiefst, was ich in dieser Nacht getan und all den Schmerz, den ich meiner Familie und meinen Freunden zugefügt habe“, lautete sein Zitat vor Gericht.