Krieg schafft Expertise – und die Ukraine macht daraus Diplomatie. Selenskyj schließt Deals, die weit über klassische Waffenhilfe hinausgehen.
Die Ukraine hat mit mehreren Golfstaaten Kooperationsabkommen im Bereich der Luftverteidigung abgeschlossen. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete entsprechende Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Die auf zehn Jahre angelegten Abkommen sehen den gemeinsamen Aufbau von Produktionskapazitäten vor – sowohl auf ukrainischem Boden als auch in den jeweiligen Partnerländern.
I met with the President of the UAE, Mohamed bin Zayed Al Nahyan @MohamedBinZayed.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) March 28, 2026
The President thanked our team for its work here in the Emirates. For Ukraine, this is also a matter of principle: terror must not prevail anywhere in the world. Protection must be sufficient… pic.twitter.com/qSsOU1OTUq
Hintergrund ist das Angebot Kiews, seine im Abwehrkampf gegen russische Drohnenangriffe gewonnene Expertise einzubringen – einer Bedrohungslage, die sich seit dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar für die Golfregion erheblich verschärft hat. Seit Ende Februar 2026 hat der Iran über 2.000 Drohnen und Raketen auf Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain abgefeuert.
Selenskyjs Golfgespräche
Bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajed, vereinbarte Selenskyj nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit in den Bereichen „Sicherheit und Verteidigung“ und verwies dabei auf die besondere Kompetenz seines Landes auf diesem Gebiet. Im Anschluss daran besiegelte er in Katar ein inhaltlich ähnlich gelagertes Abkommen, das laut dem katarischen Verteidigungsministerium technologische Kooperationen, gemeinsame Investitionen sowie den Wissenstransfer bei der Abwehr von Raketen und unbemannten Luftfahrzeugen umfasst.
I met with the Amir of the State of Qatar, Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani @TamimBinHamad, in Doha. The Prime Minister, Sheikh Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani, was also present at the meeting.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) March 28, 2026
We discussed issues that could further strengthen the protection of life in both… pic.twitter.com/33vWX3BvgA
Im Kontext des Ukraine-Krieges setzt Russland unter anderem Schahed-Drohnen iranischer Bauart ein, die mittlerweile in Russland selbst produziert werden. Seit dem Beginn des Iran-Krieges sind auch mit den USA verbündete Golfstaaten Ziel iranischer Angriffe. Im Zusammenhang mit einem solchen Angriff behauptete der Iran, ein Depot eines ukrainischen Anti-Drohnen-Systems in Dubai zerstört zu haben – eine Darstellung, die das ukrainische Außenministerium als „Lüge“ zurückwies.
Technologietausch geplant
Während die Ukraine bei der Drohnenabwehr vorrangig auf elektronische Störsysteme und mobile Abwehrwaffen setzt, greifen die Golfstaaten auf kostenintensivere Abfangraketen zurück.
Kiew bringt nun den Vorschlag ins Spiel, diese unterschiedlichen Fähigkeiten zu tauschen: ukrainische Abwehrtechnologie gegen Raketen, die in der Ukraine zur Bekämpfung ballistischer Geschosse und Marschflugkörper russischer Herkunft dringend benötigt werden.