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EU-BEITRITT

Edtstadler kritisiert politische Blockaden am Balkan

(FOTO: BKA/Andy Wenzel)

Bei Nordmazedonien will es momentan einfach nicht funktionieren: Nicht nur wegen der Corona-Krise, auch der EU-Beitritt stockt.

In Gedanken sind die Menschen in Nordmazedonien längst in der EU. Im ganzen Land hängen blaue Fahnen mit Sternchen und Plakate mit Slogans zum Beitritt. Doch in der Realität sieht es anders aus, denn: Nicht alle in der EU wollen den Beitritt Nordmazedoniens unterstützen. Allen voran das Nachbarland Bulgarien wehrt sich vehement gegen den Beitritt des Staates. So fordert man dort sogar, dass die Europäische Union weder die Sprache, noch die Nation an sich anerkennt. Auch solle Nordmazedonien zugeben, dass es eigentlich ein Teil Bulgariens sei. 

Kritik an Bulgariens Blockade
Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) bezieht nun klar Stellung und schlägt sich auf die Seite Nodmazedoniens. Bei einem Besuch am Westbalkan besuchte sie auch Vize-Premier Nikola Dimitrov. Bei einer Pressekonferenz nannte es Edtstadler: Einen „Besuch bei einem Freund“. Nordmazedonien sei ein Sicherheitsknotenpunkt und vor allem ein Verbündeter im Kampf gegen die illegale Migration, so Edtstadler.

Bei einer Sache zeigt die ÖVP-Ministerin jedoch keinerlei Verständnis: „Dass einzelne Länder eine Blockade aufbauen.“ Für sie gehörte Nordmazedonien klar zur EU. Zudem habe das Land viel für den Beitritt getan und diese Schritte sollen belohnt werden, so Edtstadler. Nur dann könne die Nation auch Perspektiven erhalten.

Impfstoff im Anmarsch
Perspektiven braucht Nordmazedonien auch in Bezug auf die Corona-Krise. Zwar scheint man aktuell die zweite Welle hinter sich zu lassen, jedoch mangelt es sowohl an Tests als auch an Impfstoffen. Auch hier will Österreich gemeinsam mit der EU aushelfen. Edtstadler versprach bei ihrem Besuch in der Boris Trajkovski Arena über 650.000 Vakzinen, um Nordmazedonien einen Weg in die Normalität zu ermöglichen. 

Auch das Thema Bulgarien wurde erneut angesprochen – wenn auch diesmal etwas sanfter. So sei es wichtig, dass beide Nationen an einem Strang ziehen und sich an einen Tisch setzen, um die Differenzen aus der Welt zu schaffen. 

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