Start News Panorama Ein Bosnier macht Deutschem Autozulieferer das Leben schwer
WIRTSCHAFT

Ein Bosnier macht Deutschem Autozulieferer das Leben schwer

Am 24. Mai kommt es zu der bisher wohl wichtigsten Hauptversammlung beim Autozulieferer Grammer. Nijaz Hastor will bei Grammer neue Aufsichtsräte etablieren. (Foto: zVg.)

Die Hastor-Familie aus Bosnien hat angekündigt, in der Hauptversammlung den Vorstandsvorsitzenden des Autozulieferes Grammer AG in Deutschland abzuberufen und fünf der sechs Aufsichtsratsposten der Kapitalseite mit eigenen Leuten zu besetzen.

Damit droht der Autoindustrie eine Konortollübernahme durch die Familie Hastor beim bayrischen Konzern, so der Grammer-Finanzchef Gérard Cordonnier im Gespräch mit www.4investors.de. Die Branche ist seit einem Streit zwischen Volkswagen und der Hastor-Gruppe angespannt und Grammer wehrt sich vehement gegen Hastor.

LESEN SIE AUCH: Bosnier lehrt VW wieder das Fürchten

Der reichste Bosnier, welcher Volkswagen vor einiger Zeit blockiert und somit Titelseiten eroberte, schlug nun wieder zu.

 

Wie sich die Lage zwischen der bosnischen Familie Hastor und der deutschen Grammer AG entwickeln wird, ist noch unklar. Am 24. April hatte die IG Metall rund 5.000 Beschäftigte aufgerufen, gegen eine mögliche Übernahme durch die Hastor-Familie zu protestieren aus Sorge um die Firmenstandorte und Arbeitsplätze. Auch im deutschen Ort Hardheim waren rund 500 Mitarbeiter sowie Beschäftigte anderer Firmen aus der Region in diesem Anliegen auf die Straße gegangen (die FN berichteten).

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat inzwischen entschieden, dass eine von der bosnischen Investorenfamilien Hastor angestrebte einstweilige Verfügung, nicht vollstreckbar sei. Dadurch kann der chinesische Partner der Grammer AG, Ningbo Jifeng Auto Parts Co Ltd, eine im Februar für 60 Millionen Euro gezeichnete Wandelanleihe in Grammer-Aktien eintauschen. Jifeng hält damit zehn Prozent an Grammer und ist nach den Hastor-Gesellschaften (über 20 Prozent) der zweitgrößte Anteilseigner, wie deutsche Medien berichten. Grammer-Vorstandschef Hartmut Müller hat inzwischen im „Handelsblatt“ seinen Rückzug angeboten.

Grammer ist Autozulieferer für Volkswagen, Audi, Mercedes und BMW. Die Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze, sollte Hastor das Unternehmen übernehmen. Weltweit beschäftigt Grammer 12.000 Arbeiter.