Eine Schwalbe, ein Bildschirm, ein Turnier-Aus: Breel Embolo sorgt bei der WM für einen der bittersten Momente der Schweizer Fußballgeschichte.
Breel Embolo hat seiner Mannschaft in einem entscheidenden Moment einen folgenschweren Dienst erwiesen – den denkbar schlechtesten. Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien ließ sich der Schweizer Angreifer beim Stand von 1:1 zu einer Schwalbe hinreißen, die kaum deutlicher hätte ausfallen können. Das Resultat: Gelb-Rot in der 72. Minute nach Eingriff des Videoassistenten.
Embolo red card 👇
First one is not a foul according to the referee even tho there was a contact.
Second one is a foul.
FIFA should end this tournament and give the trophy to Argentina, all this is crazy at this point!🤦🏾♂️ https://t.co/D5YDIz5bG2 pic.twitter.com/lTB4OOGMyR
— Depegan of Lagos 🇳🇬🇺🇸 (@Mautiin01) July 12, 2026
Die Schweiz kämpfte sich zwar noch in die Verlängerung, doch in Unterzahl war dem argentinischen Druck auf Dauer nichts entgegenzusetzen. Nach 120 Minuten stand es 3:1 für die Südamerikaner.
VAR greift ein
Zunächst hatte der portugiesische Unparteiische Joao Pinheiro auf Foulspiel an Embolo durch Leandro Paredes entschieden – und dem Argentinier sogar die Gelbe Karte gezeigt. Dann meldete sich Videoassistent Guillermo Pacheco aus Mexiko und bestellte Pinheiro an den Bildschirm. Der Schiedsrichter brauchte nicht lange: Die Bilder sprachen eine eindeutige Sprache.
Ein nennenswerter Kontakt zwischen Paredes und Embolo war schlicht nicht erkennbar. Auch wenn die Schweizer nach der Verkündung der Entscheidung lautstark aufbegehrten – Pinheiro lag vollkommen richtig. Für die WM 2026 wurde das VAR-Protokoll so erweitert, dass der Videoassistent auch bei einer Gelb-Roten Karte eingreifen darf, wenn die zweite Verwarnung klar falsch war oder der falsche Spieler verwarnt wurde.
Dessen Verwarnung wurde kassiert, Embolo erhielt stattdessen Gelb-Rot. Der offizielle Eingreifgrund lautete entsprechend „Spielerverwechslung“. Pikantes Detail am Rande: Seine erste Gelbe Karte hatte Embolo bereits in der 44. Minute kassiert – ausgerechnet nach einem Foul an Paredes.
Embolos Bundesliga-Vergangenheit
Beim Gang in die Kabine musste der Stürmer getröstet werden. Embolo ist dem deutschen Fußballpublikum aus seiner Zeit in der Bundesliga vertraut. Er stand für den FC Schalke 04 in Gelsenkirchen und Borussia Mönchengladbach auf dem Platz, ehe er zum französischen Erstligisten Stade Rennes wechselte.
Bei dieser Weltmeisterschaft hatte er bis zu seinem Ausschluss zwei Tore und zwei Vorlagen auf dem Konto.