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Schicksalswende

Enthauptete Mutter vor 30 Jahren – jetzt liegt er selbst tot im Gemeindebau

Polizei Auto Austria vor Gebäude
(Symbolbild FOTO: iStock)

Ein Mann, der vor mehr als 30 Jahren seine Mutter enthauptet hatte, wurde am Montag leblos in seiner Gemeindewohnung in Wien-Döbling aufgefunden. Der 59-Jährige war zuvor mit Nachbarn in ein Handgemenge geraten. Die Polizei fand ihn nach dem Vorfall tot in seiner Wohnung vor, die genauen Todesumstände sind noch ungeklärt.

Die Vorgeschichte des Mannes reicht ins Jahr 1993 zurück. Damals tötete Michael T. als 26-Jähriger seine 58 Jahre alte Mutter Ildiko in deren Wohnung in der Gentzgasse in Wien. Nach der Tat trennte er den Kopf vom Körper und transportierte ihn in einem Plastiksack zur Boutique seiner Mutter, wo er ihn in der Auslage platzierte. Bei seiner Festnahme zeigte er Anzeichen starker Verwirrung und konnte kein schlüssiges Motiv nennen.

Zwischen ihm und seiner Mutter hatten länger anhaltende Konflikte bestanden, da er sich in seiner Selbständigkeit eingeschränkt fühlte. Im Dezember 1993 erfolgte seine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Wiederholte Einweisungen

Obwohl eine behandelnde Ärztin Bedenken anmeldete, wurde Michael T. nach sechsjähriger Unterbringung als geheilt entlassen. Doch bereits im Jahr 2000 folgte eine erneute Einweisung. In Ungarn hatte er einen Hoteldirektor mit einem Messer bedroht und ihm mit dem Tod gedroht.

Zu einem späteren, nicht näher bestimmten Zeitpunkt wurde er wieder in die Freiheit entlassen und führte zuletzt ein unauffälliges Leben in Wien-Döbling.

Tödlicher Vorfall

Am vergangenen Montag eskalierte die Situation erneut. Der 59-Jährige, der sowohl psychisch schwer beeinträchtigt als auch an Krebs erkrankt war, bedrohte eine 66-jährige Nachbarin in seiner Wohnung mit einem Beil. Die Frau und ihr 70-jähriger Ehemann, die sich zuvor um den Mann gekümmert hatten, gerieten dadurch selbst in Lebensgefahr.

Dem 70-Jährigen gelang es mit erheblichem Kraftaufwand, den Angreifer zu überwältigen. Da der Schlüssel zur Wohnung zunächst nicht auffindbar war, saßen die beiden Senioren vorübergehend in der Wohnung fest. Erst nachdem sie den Schlüssel gefunden hatten, konnten sie die Wohnung verlassen und Nachbarn alarmierten die Einsatzkräfte.

Kurze Zeit später trafen Polizeibeamte mit Unterstützung der Spezialeinheit WEGA am Einsatzort ein. Polizeisprecher Markus Dittrich erklärte: “Als sie in die Wohnung kamen, fanden sie dort den Beschuldigten tot am Boden auf.” Die Todesursache ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, eine Obduktion wurde angeordnet.

Die Ermittler schließen Fremdverschulden aus und vermuten einen plötzlichen medizinischen Notfall.

Abschnittsfeuerwehrkommandant Rudolf Hafellner betonte in einer Mitteilung, dass die Beteiligten großes Glück gehabt hätten – ohne das entschlossene Eingreifen der Nachbarn hätte der Vorfall einen weitaus tragischeren Ausgang nehmen können.