Erste Gay-Hochzeit: Serbe und Kroate feiern fünften Jahrestag

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Erste Gay-Hochzeit: Serbe und Kroate feiern fünften Jahrestag

(FOTOS: iStockphoto, zVg.)

Vor fünf Jahren passierte in Zagreb etwas Historisches: Es wurde die erste LGBT-Hochzeit des Landes gefeiert und das Brautpaar könnte symbolischer nicht sein – ein Kroate und ein Serbe gaben sich das Ja-Wort.

Ivan Zidarević aus Belgrad und sein Ehemann feierten vor wenigen Tagen ihren fünften Hochzeitstag. Derzeit wartet der Serbe auf eine Rückmeldung durch die zuständigen kroatischen Behörden bezüglich seines Daueraufenthalts. Danach möchte er die kroatische Staatsbürgerschaft beantragen.

„Es war ein gutes Gefühl, die Ersten zu sein“
„Ich habe etwas Lampenfieber. Es handelt sich immerhin um eine historische Sache. Wenn wir in Kroatien nicht standesamtlich heiraten hätten können, wären wir in ein anderes Land gezogen, wo das möglich ist. Es war ein gutes Gefühl, die Ersten zu sein, vor allem da er Kroate ist und ich ein Serbe bin“, erklärte Ivan im Interview für „24sata.hr“.

Obwohl großes Interesse vonseiten diverser Balkan-Medien bestand, so entschieden sich Ivan und sein Ehemann für eine Hochzeit im Privaten. Das Ja-Wort gaben sich die Beiden im Zagreber Rathaus vor zwei Standesbeamtinnen, ihren Treuzeugen, Freunden und dem damaligen kroatischen Minister für öffentliche Verwaltung Arsen Bauk, der ihnen als symbolisches Geschenk Krawatten überreichte.

Zufrieden mit rechtlicher Lage
Vor fünf Jahren wurde in Kroatien das Gesetz verabschiedet, wonach homosexuelle Paare ihre Partnerschaft beim Standesamt eintragen können. Auch wenn sich die Gesetze hierfür am Eherecht anlehnen, so besteht – wie in Österreich auch – dennoch eine Reihe an unterschieden zu einer Ehe.

„Ich bin mit dem Gesetz mehr als zufrieden. Ich habe damals auch bei der Gestaltung mitgewirkt und mich aktiv für eine gute und schnelle Umsetzung des Vorschlages eingesetzt“, so Zidarević weiter.

Auf die Frage, ob es Mitglieder der LGBTQ-Community in Serbien, oder Kroatien schwerer hätten, antwortete der Belgrader: „In den vergangenen fünf Jahren hatte ich nur positive Erfahrungen in Kroatien – trotz meiner sexuellen und nationalen Identität. Da ich als Gay-Aktivist aktiv bin, bekomme ich hier und da chauvinistische Kommentare. Das ist aber nur im Internet passiert, im echten Leben nie. Meinen Erfahrungen nach ist die kroatische Gesellschaft gegenüber Homosexuellen aufgeschlossener“, resümierte Ivan.

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