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GELDHAHN ZUDREHEN

EU will die Barzahlungen einschränken-Jetzt packt Blümel aus

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(FOTO:BKA/Andy Wenzel, iStock)

Die EU-Kommission hält eine einheitliche Obergrenze für Zahlungen in Bar für richtig. Momentan gelten 10.000 Euro als wahrscheinlicher Höchstbetrag. Doch Finanzminister Gernot Blümel will das nicht akzeptieren.

Im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” machte es EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness nun offiziell: Barzahlungen sollen von über 10.000 Euro als Maßnahme gegen Geldwäsche verboten werden.

In einer Videokonferenz der Expertengruppe gab es scharfe Kritik zur Bekämpfung von Terrorfinanzierung und Geldwäsche zu vernehmen. Die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, dass die Behörde das Bargeld trotz abnehmender Nutzung, als “Instrument der Wahl für Kriminelle” bezeichnet. Damit der Umgang mit Bargeld erschwert wird, möchte man eine EU-weite Obergrenze für Barzahlungen von maximal 10.000 Euro einführen, obwohl einige Länder auch geringere Grenzwerte einführen können.

Die Kommission will im Juli das entsprechende Gesetzespaket vorstellen: Ein größeres Problem sieht McGuinness darin keines. “So viel Geld in den Taschen herumzutragen, ist ganz schön schwer. Die meisten Menschen machen das nicht”, so die EU-Finanzmarktkommissarin. “Wir werden keine schleichende Abschaffung des Bargelds akzeptieren”, sagt Blümel. Außerdem: Der Kampf gegen Geldwäsche dürfe nicht zu Lasten der ehrlichen Bürger gehen.

Weniger Geldbehebungen:
Seit Einführung der Euro-Banknoten ist in Österreich die Nachfrage nach Bargeld gestiegen, sodass sich die zirkulierende Geldmenge pro Person von 2002 bis 2018 auf rund 3.500 Euro verdreifacht hatte. Seit 2020 ist die Zahl der Transaktionen mit Bankomatkarten um mehr als ein Fünftel auf etwa 1,1 Milliarden gestiegen. Es wird vermutet, dass dies an Corona liege und Menschen das kontaktlose Zahlen präferieren. Die Anzahl der Geldbehebungen wurde um mehr als ein Viertel auf 100 Millionen Transaktionen verringert.

Nichtsdestotrotz bleibt die anonyme Barzahlung mit Münzen und Scheinen beliebt.  Direktor der Österreichischen Nationalbank sagt, dass man sich immer mehr in Richtung einer Hybrid-Zahlungslandschaft bewege. Wobei die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem „E-Euro“, eine von Bitcoin ähnliche Bargeldalternative, bald eine weitere Zahlungsform einführen will.

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