Start NEWS PANORAMA Südosteuropa als Brutstätte für Impf-Gegner: Was sind die historischen Gründe?
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Südosteuropa als Brutstätte für Impf-Gegner: Was sind die historischen Gründe?

(FOTOS: iStock)

Die Schweizer Tageszeitung Neue Züricher Zeitung hat die Region unter die Lupe genommen, die ihrer Meinung nach die meisten Bürger hat, die nichts von Impfungen hören wollen: Südosteuropa. Die Gründe sollen in den historischen Zusammenhängen zu finden sein.

Die NZZ analysierte die Impf-Lage in den südosteuropäischen Staaten. Der Verfasser des Textes verbindet die Skepsis gegenüber staatlichen Kampagnen wie der Impf-Initiative mit dem Misstrauen gegenüber dem Staat, welches aus Zeiten des Sozialismus stammt. Besonders misstrauisch sind dabei marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie die Roma. Auch findet sich der NZZ nach bei den Einwohnern in diesem Teil Europas eine besonders große Bereitschaft, verschiedene mit der Impfung verbundene Verschwörungstheorien zu akzeptieren.

Bei einer Befragung der Organisation The Balkans in Europe Policy Advisory Group (BiEPAG) kam heraus, dass in Südosteuropa mehr als 60 Prozent der Befragten glaubten, dass die Pharmaindustrie zur Verbreitung des Virus beigetragen hat und fast die Hälfte glaubte an die Beteiligung von Bill Gates oder der US-Militärindustrie. Im Vergleich: In den USA und in der EU sind es maximal 25 Prozent der Bevölkerung, die Verschwörungstheorien Glauben schenken. In Serbien schafft man es inzwischen nicht einmal mit einem 25 Euro Geschenk, die Menschen zum Impfen zu motivieren. In Bosnien und Herzegowina und Ungarn würden nur drei von zehn Befragten den Impfstoff erhalten wollen. Im Kosovo 32 und in Bulgarien sind es 33 Prozent. In Albanien, Montenegro, Nordmakedonien, Serbien, Rumänien und der Tschechischen Republik sind weniger als 40 Prozent bereit, geimpft zu werden, so weitere Ergebnisse der Umfrage.

Medien unterstützen Falschinformation
Die Medien tragen leider sehr wenig zur Aufklärung der Bevölkerung bei. “Es gibt fast keine Medien, die sich sozialen Netzwerken widersetzen würden, über die meist falsche Informationen verbreitet werden. In autoritären Ländern wie Serbien und Albanien, aber auch in den EU-Mitgliedstaaten Bulgarien sind sensationalistische, regierungsnahe Massenmedien vorherrschend, die häufig zur Verbreitung von falschen Informationen beitragen,” berichtete die Deutsche Welle (DW).