Europäische Solarprodukte erhalten jetzt 30 Prozent mehr Förderung – ein strategischer Schachzug, der bereits Wirkung zeigt und das Budget vervierfachen ließ.
Die Bundesregierung setzt trotz Sparkurs weiterhin auf die Energiewende und investiert erhebliche Summen in diesen Bereich. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont die strategische Neuausrichtung der Förderinstrumente: „Mit dem ‚Made in Europe‘-Bonus haben wir ein erstes Förderinstrument neu ausgerichtet: PV-Produkte aus Europa werden um 30 Prozent höher gefördert als Produkte anderer Hersteller.“ Damit halten wir Wertschöpfung in Europa, sichern Arbeitsplätze und stärken die Resilienz des ganzen Kontinents.“
Der kürzlich eingeführte „Made in Europe“-Bonus zeigt bereits deutliche Wirkung. Der zweite Photovoltaik-Fördercall, der am 23. Juni startete und erstmals diesen Bonus beinhaltete, verzeichnete 9.327 Anträge. Um alle Ansuchen bedienen zu können, musste das ursprünglich veranschlagte Budget von 12 Millionen Euro auf insgesamt 48,76 Millionen Euro vervierfacht werden.
Von den eingereichten Anträgen entfallen 7.708 auf Speichersysteme. Die geplanten Anlagen repräsentieren eine Gesamtleistung von 218.209 Kilowatt peak (kWp) sowie eine Speicherkapazität von 200.181 Kilowattstunden.
Förderdetails und Kriterien
Die Förderung sieht vor, dass der Investitionszuschuss für jede relevante Komponente um jeweils 10 Prozent angehoben wird. Dies gilt für Photovoltaikmodule, Wechselrichter und Stromspeicher. Voraussetzung für die erhöhte Förderung ist, dass wesentliche Produktionsschritte innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz stattfinden.
Dazu zählen beispielsweise die Laminierung und der String-Prozess bei Modulen, die Bestückung und Endmontage bei Wechselrichtern sowie die Zellen- beziehungsweise Modulherstellung samt Batteriemanagementsystem bei Speichern. Diese präzisen Kriterien stellen sicher, dass nur tatsächlich in Europa gefertigte Komponenten den Bonus erhalten.
Die maximale Zusatzförderung von 30 Prozent erreichen Antragsteller nur dann, wenn alle drei Komponenten – Module, Wechselrichter und Speicher – die europäischen Produktionsanforderungen erfüllen.
Wirtschaftliche Dimension
Die ersten Ergebnisse des Förderprogramms bestätigen laut Minister den Erfolg der Initiative – nahezu die Hälfte aller geförderten Wechselrichter stammt aus europäischer Fertigung. „Damit sichern wir Arbeitsplätze in Österreich und Europa. China und die USA stützen ihre Schlüsselindustrien massiv. Wenn andere ihre Industrie absichern, darf Europa nicht zuschauen. Für mich ist klar: Europa braucht mehr Mut zu ‚Europe first'“, erklärt der Minister.
Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner unterstreicht die wirtschaftliche Dimension der Energiewende: „Die Energiewende soll nicht nur ökologisch gelingen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Erfolgsprojekt werden. Mit dem Made-in-Europe-Bonus stellen wir sicher, dass Investitionen europäische Unternehmen stärken und Wertschöpfung in Europa und Österreich bleibt.
Die aktuellen Zahlen belegen eindrucksvoll: Den Österreicherinnen und Österreichern ist Wertschöpfung in Europa ein zentrales Anliegen, das zeigt das deutlich gestiegene Antragsvolumen im Vergleich zum letzten Call.“
Das Förderprogramm wird von der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt und ist Teil der österreichischen Strategie zur Stärkung der europäischen Solarindustrie. Während andere Länder ihre Förderungen reduzieren, setzt Österreich bewusst auf eine Ausweitung der Unterstützung für heimische und europäische Hersteller.