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Untersuchungshaft

Experte äußert sich zu Gewalt gegen Säugling in Niederösterreich

(FOTO: iStock/SerrNovik)
(FOTO: iStock/SerrNovik)

Nachdem letzten Freitag ein Fall von Kindesmissbrauch in Tulln (Niederösterreich) bekannt wurde, befindet sich der 21-jährige Kindsvater nun in Untersuchungshaft. Die Mutter befindet sich auf freiem Fuß. KOSMO hat bei einem Experten nachgefragt, wie man diesen Fall hätte verhindern können.

Der Säugling war erst einen Monat als, als er in das AKH Wien eingeliefert wurde. Dort wurden Frakturen an beiden Beinen und eine Gehirnblutung festgestellt. Der Vater des Kindes steht unter dringendem Tatverdacht und sitzt bis zum 28. November in Untersuchungshaft. Wie Ärzte des AKH mitteilen, ist das Kind momentan stabil. Folgeschäden durch die Verletzungen können allerdings bislang noch nicht ausgeschlossen werden.

Expertenmeinung

KOSMO hat beim Obmann des Bündnis Kinderschutz, Roberto Datri, nachgefragt, ob dieser Fall hätte verhindert werden können: “Solche absurden Verbrechen, die von den eigenen Eltern verübt werden, sind natürlich noch schwieriger für uns alle zu verstehen. Verhindern können hätte dies wahrscheinlich niemand. Außer es hätte schon Vorfälle gegeben, die Nachbarn oder Freunde gesehen haben, die aber nicht gemeldet wurden.

(zVg, Roberto Datri)
(zVg, Roberto Datri)

Weiter erklärt Datri: “Der Schule oder dem Kindergarten würden Verletzungen durch häuslicher Gewalt ebenfalls auffallen. Aber nicht bei so jungen Kindern. Prävention bei so kleinen Kindern ist sowieso sehr schwierig, besonders wenn es um die eigenen Eltern geht. Es gibt für überforderte Eltern, die mit Kleinkindern nicht umgehen können, leider keinerlei nennenswerten Hilfen. Aber hier ist natürlich der große Schritt, dass die Eltern selber das Problem zugeben und sich Hilfe holen.

(zVg, Roberto Datri)
(zVg, Roberto Datri)

Umfrage

Stimme auf Facebook ab, wie Du die Gesetzeslage in Österreich zum Thema Kindesmissbrauch und Gewalt gegen Kinder siehst. Bislang (15.11.2022, 12:43 Uhr) haben genau 2.910 Personen mit JA gestimmt. Keine einzige Stimme erklärte ein Nein auf diese Frage. Womit die Frage nach strengeren Gesetzen bezüglich Kindesmissbrauch beantwortet wäre. Ein klares JA!

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