Vier Tage ohne Heizung und Warmwasser: Im Juni trifft es rund 140 Hausanschlüsse im Westen Wiens – der Grund liegt Jahrzehnte zurück.
Wiener Netze und Wien Energie nehmen im Juni umfangreiche Sanierungsarbeiten am Fernwärmenetz im Westen Wiens vor. Die Maßnahmen dienen der dauerhaften Sicherung und dem weiteren Ausbau der Versorgungsinfrastruktur – unter anderem auf dem Gelände der Klinik Ottakring. In einzelnen Straßenzügen in Wien-Penzing und Wien-Ottakring fällt die Versorgung mit Heizung und Warmwasser vom 25. Juni, 06:00 Uhr, bis zum 29. Juni, 09:00 Uhr, aus.
Rund 140 Hausanschlüsse sind von der Unterbrechung betroffen. Einrichtungen der kritischen Infrastruktur werden während der gesamten Dauer weiterhin versorgt.
„Mit den umfassenden Modernisierungsarbeiten am Fernwärmenetz stärken Wiener Netze und Wien Energie die Versorgungssicherheit im Westen Wiens. Uns ist bewusst, dass die Versorgungsunterbrechung für die betroffenen Bewohner*innen eine Belastung darstellt. Leider sind die Arbeiten zwingend notwendig, um auch in Zukunft eine sichere Fernwärmeversorgung in den betroffenen Grätzeln gewährleisten zu können. Auch wenn unsere Ersatzangebote während der Wartungsarbeiten keinen vollwertigen Ersatz für die Warmwasserversorgung sein können, versuchen wir, bestmöglich für die Menschen vor Ort da zu sein“, erklärt Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie.
Alte Leitungen, neue Infrastruktur
Für die Arbeiten gibt es keine Alternative – weder hinsichtlich Art noch Dauer oder Umfang. Der Zustand und das Alter des Leitungsnetzes lassen keinen anderen Weg zu. Die sogenannte Flötzersteig-Leitung, über die Wärme aus Österreichs ältester Müllverbrennungsanlage in die Haushalte gelangt, ist seit 1963 in Betrieb. Auf einer Strecke von mehr als drei Kilometern sind Wartungseingriffe erforderlich. Dabei werden auch Armaturen erneuert, zusätzliche Ventile eingebaut und der Zugang zur Leitung verbessert.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Areal der Klinik Ottakring, die bis 2040 schrittweise modernisiert werden soll. Konkret werden dort eine neue Gebietsumformer- und Pumpstation errichtet, neue Leitungen an das Fernwärmenetz angebunden sowie bestehende Schachtbauwerke erweitert. Sowohl die Klinik Ottakring als auch das Hanusch-Krankenhaus werden während der gesamten Arbeiten ohne Unterbrechung mit Wärme versorgt.
Der überwiegende Teil der von der Lieferunterbrechung betroffenen Gebäude liegt in Wien-Penzing. In Wien-Ottakring sind Objekte zwischen Flötzersteig und Steinbruchstraße beziehungsweise Josef-Weinheber-Platz betroffen. Wien Energie hat die betroffenen Kundinnen und Kunden, Hausverwaltungen und Haushalte vorab per Aushang in den jeweiligen Häusern informiert. Dabei wurden auch Servicenummern, Kontaktstellen und Notfallhotlines bekannt gegeben, an die sich Bewohnerinnen und Bewohner bei Fragen wenden können.
Kostenlose Duschangebote
Für die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer werden kostenlose Duschmöglichkeiten ohne Voranmeldung bereitgestellt. Mobile Duschcontainer stehen bei der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig in Wien-Ottakring, im Matznerpark in Wien-Penzing, im Gustav-Klimt-Park in Wien-Penzing sowie im Bereich Zwinzgasse in Wien-Ottakring zur Verfügung. Zusätzlich können die Duschanlagen der Sportvereine SK Slovan HAC, SK Rapid Wien und FV Austria XIII in Wien-Penzing sowie SC Red Star Penzing in Wien-Ottakring genutzt werden. Hier findet ihr die genauen Standorte mit Adressen.
Menschen mit Behinderungen sowie ältere Personen mit erhöhtem Pflegebedarf erhalten von Wien Energie Zugang zu barrierefreien Duschmöglichkeiten. Für den Transport wird in Zusammenarbeit mit den Wiener Lokalbahnen Verkehrsdiensten ein Fahrtendienst organisiert.
Darüber hinaus verteilt Wien Energie in den betroffenen Gebieten Wertkarten für den Eintritt in die Wiener Bäder. Diese sind von Donnerstag, 25. Juni, bis Dienstag, 30. Juni, in allen Hallen-, Brause- und Freibädern der Stadt Wien einlösbar.
Wien Energie hat sich für jene Variante entschieden, die die Modernisierung mit dem geringstmöglichen Aufwand und in der kürzestmöglichen Zeit umsetzt – in dem Wissen, dass Einschränkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner dabei nicht vollständig vermeidbar sind. Der Zeitpunkt im Juni ist nicht zufällig gewählt: Die Maßnahmen können ausschließlich während des Generalstillstands der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig durchgeführt werden. Durch diese Bündelung tritt die Versorgungsunterbrechung für die Kundinnen und Kunden nur einmal auf.
Die Wiener Müllverbrennungsanlagen sind ganzjährig in Betrieb und werden einmal jährlich zur Revision vollständig außer Betrieb genommen, um notwendige Arbeiten durchzuführen. Diese Revisionen erfolgen im Sommer, wenn der Fernwärmebedarf auf einem saisonalen Tiefstand liegt.
Um eine kontinuierliche Wärmeproduktion und die sichere Verwertung des Wiener Restmülls zu gewährleisten, werden die einzelnen Anlagen dabei nacheinander in die Revision genommen.