Rauchbomben, Molotow-Cocktails und Wasserwerfer überschatten die Winterspiele in Italien. Tausende Demonstranten liefern sich heftige Straßenschlachten mit der Polizei.
In Italien haben heftige Proteste gegen die Olympischen Winterspiele für Aufsehen gesorgt. Am Samstagnachmittag, nur einen Tag nach der Eröffnungsfeier, versammelten sich tausende Demonstranten in Mailand. Die Situation eskalierte, als einige Teilnehmer Rauchbomben zündeten sowie Steine und Molotow-Cocktails auf Einsatzkräfte warfen. Die Sicherheitsbehörden reagierten mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Tränengas, um die Menge auseinanderzutreiben. Internationale Medienteams dokumentierten die Ausschreitungen, die die angespannte Atmosphäre im Austragungsort der Winterspiele widerspiegeln.
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Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte mit scharfer Kritik auf die Demonstrationen. In einem emotionalen Beitrag auf ihren Social-Media-Kanälen stellte sie die Protestierenden als Gegner des Landes dar: „Tausende und Abertausende Italiener arbeiten in diesen Stunden, damit während der Olympischen Spiele alles reibungslos funktioniert.“ Sehr viele tun dies ehrenamtlich, weil sie wollen, dass ihr Land eine gute Figur macht, bewundert und respektiert wird. Und dann gibt es sie: die Feinde Italiens und der Italiener, die gegen die Olympischen Spiele demonstrieren und dafür sorgen, dass diese Bilder in den Fernsehsendern der halben Welt landen.“
Gewaltsame Zusammenstöße
Die Auseinandersetzungen verschärften sich am späten Samstagabend, als der Protestzug in Richtung des olympischen Dorfes marschierte. Bei den gewaltsamen Zusammenstößen nahmen die Behörden sechs Personen fest. Die Sicherheitskräfte befanden sich bereits in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem bei Ausschreitungen in Turin in der Vorwoche über hundert Beamte verletzt worden waren. Bei diesen früheren Protesten gegen die Schließung eines Kulturzentrums hatten linke Aktivisten Polizisten durch die Straßen gejagt und attackiert.
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‼#Protest against the Olympics in #Milan turns into clashes
Around 10,000 people took part in the protest.
Some demonstrators threw fireworks at police and attacked police vans. Officers used tear gas and water cannons. Six people were detained. pic.twitter.com/wmwhVPBxyG
— News.Az (@news_az) February 8, 2026
Meloni verurteilte zudem Sabotageakte am Bahnnetz, die am Samstag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in Norditalien führten. „Meine Solidarität gilt den Sicherheitskräften, der Stadt Mailand und all jenen, deren Arbeit durch diese Banden von Kriminellen zunichtegemacht wird“, erklärte die Regierungschefin.
Kritik an Olympia
Die Kritiker der Olympischen Winterspiele führen verschiedene Gründe für ihren Widerstand an. Im Zentrum stehen Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem der Bergregionen sowie der ressourcenintensive Einsatz von Kunstschnee, der große Mengen Wasser und Energie verbraucht. Darüber hinaus richten sich die Proteste gegen soziale Missstände wie steigende Mieten und zunehmende gesellschaftliche Ungleichheit. Mailand erlebt seit der Weltausstellung 2015 einen Immobilienboom, der die Lebenshaltungskosten für viele Einheimische drastisch erhöht hat.
Die Regierung in Rom bezeichnete in einer harschen Stellungnahme die Demonstranten als „Feinde Italiens“.