Sieben Stunden allein auf einem der größten Flughäfen Europas – für eine 13-Jährige wird ein Rückflug zum Albtraum.
Eine 13-jährige Schwedin hatte sich zwei Wochen lang in Österreich aufgehalten, um an einem Sprachkurs teilzunehmen und Deutsch zu lernen. Am 24. Juli wollte sie vom Flughafen München aus in ihre Heimatstadt Täby bei Stockholm zurückkehren – doch daraus wurde zunächst nichts. Alma Lindvall wurde als einzige Passagierin nicht an Bord gelassen, weil der Flug überbucht war.
Wie die schwedische Zeitung Expressen berichtet, wurde das Mädchen am Gate vom Flughafenpersonal beiseitegenommen und gebeten zu warten. Anschließend teilten ihr die Mitarbeiter mit, dass der Lufthansa-Flug nach Schweden überbucht sei und sie den nächsten verfügbaren Flug nehmen müsse. Laut ihrer Mutter Jenny Lindvall blieb die Teenagerin daraufhin allein am Flughafen zurück.
Sieben Stunden allein
Statt ihren ursprünglich gebuchten Flug um 15.15 Uhr nach Arlanda anzutreten, musste die 13-Jährige sieben Stunden lang – bis 22.00 Uhr – allein am Gate warten. Ihre Mutter zeigte sich über den Vorfall äußerst empört: Selbst wenn das System Alma zufällig für den Ausschluss vom Boarding ausgewählt habe, hätte das Personal eingreifen müssen – schließlich handelte es sich um ein Kind, das ohne Begleitung reiste. Die Behandlung ihrer Tochter sei, so die Mutter, „inakzeptabel“ gewesen.
Bei Lufthansa dürfen Kinder zwischen 5 und 11 Jahren nur dann alleine fliegen, wenn der Betreuungsservice gebucht wird oder sie mit einer mindestens 12 Jahre alten Begleitperson reisen; ab 12 Jahren ist Alleinreisen ohne diesen Service möglich. Alleinreisende Kinder sollen laut Lufthansa bereits bei der Buchung angemeldet werden und spätestens 2 Stunden vor Abflug am Check-in erscheinen. Ob dies im Fall von Alma Lindvall erfolgte, ist nicht bekannt.
Jenny Lindvall war der Ansicht, dass andere Passagiere hätten einspringen und verhindern müssen, dass ihre Tochter allein auf einem der größten Flughäfen Europas zurückbleibt. Alma selbst habe die Situation laut ihrer Mutter gefasst gemeistert. Während der langen Wartezeit riss allerdings der Kontakt zwischen dem Mädchen und ihren Eltern ab – vermutlich weil der Akku ihres Mobiltelefons leer wurde.
Am Ende konnte Alma dennoch sicher nach Hause fliegen.
Lufthansas Entschuldigung
Nach dem Vorfall meldete sich die Lufthansa mit einer Entschuldigung zu Wort. Ein Sprecher erklärte in einer E-Mail gegenüber dem Medium: „Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten, die unseren Passagieren entstanden sein könnten. Wir werden diesen Fall intern mit dem betreffenden Flughafen und dem Personal so schnell wie möglich untersuchen, um die Umstände der Entscheidung zu verstehen. Wir werden die Passagierin direkt kontaktieren.“