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Protesteskalation

Frust über Handynetz eskaliert: Techniker an Mobilfunkturm gefesselt

Frust über Handynetz eskaliert: Techniker an Mobilfunkturm gefesselt
(FOTO: Symbolbild / X)
2 Min. Lesezeit |

Schlechtes Netz, große Wut: In Indien eskaliert der Frust über den Handyempfang auf ungewöhnliche Weise – Dorfbewohner fesseln einen Techniker an einen Mobilfunkturm.

Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh kam es am Donnerstag zu einem ungewöhnlichen Protestvorfall, der rasch für Aufsehen sorgte.

Im Mittelpunkt des Vorfalls stand der Telekommunikationstechniker Aditya Bhan Singh. Bewohner des Dorfes Hardauli im Distrikt Fatehpur im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh fesselten ihn am 10. September an einen Mobilfunkturm, um gegen die seit Langem beklagten Netzprobleme zu protestieren. Als die Polizei nach einer Meldung zum Ort des Geschehens kam, war Singh bereits wieder freigelassen worden. Ein Video, das ihn an den Turm gefesselt zeigt, verbreitete sich anschließend in sozialen Netzwerken.

Zwei Jahre Frust

Nach Angaben der Dorfbewohner bestanden die Probleme mit der Mobilfunkversorgung bereits seit rund zwei Jahren. Sie gaben gegenüber der Polizei an, für 5G-Tarife zu bezahlen, tatsächlich jedoch nur eine schlechte und instabile 4G-Verbindung zu erhalten. Zudem würden Telefonverbindungen immer wieder abbrechen. Die wiederholten Probleme hätten den Ärger in der Dorfgemeinschaft zunehmend verschärft.

Für Singh war die Situation besonders ungewöhnlich: Der Techniker war nach Angaben der Polizei erst seit rund drei Monaten für das Unternehmen tätig und besuchte den betreffenden Mobilfunkturm an diesem Tag zum ersten Mal. Er war dort, um Arbeiten beziehungsweise Kontrollen an der Anlage durchzuführen. Bewohner behaupteten gegenüber der Polizei, in den drei Monaten zuvor sei kein Mitarbeiter des Unternehmens vor Ort gewesen.

Festnahmen & Ermittlungen

Im Zuge der Ermittlungen identifizierte die Polizei sieben Männer, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls am Ort befunden haben sollen. Sechs von ihnen wurden wegen des Verdachts auf widerrechtliche Freiheitsberaubung sowie wegen Störung des öffentlichen Friedens festgenommen. Nach ihrer Vorführung vor einem Richter kamen sie gegen Kaution wieder frei. Laut einem Polizeibeamten erklärten einige Dorfbewohner, sie hätten geglaubt, mit dem Festbinden des Technikers ein deutliches Signal an die Verantwortlichen des Unternehmens senden und so eine Lösung der Netzprobleme erzwingen zu können.

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KO KOSMO-Redaktion
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