Start News Panorama Geboren im falschen Körper: Vladimir hat sich schon immer als Österreicher gefühlt
AUS VLADIMIR WIRD HERBERT

Geboren im falschen Körper: Vladimir hat sich schon immer als Österreicher gefühlt

Vladimir hat beschlossen seine Identität zu ändern. (Foto: iStock)

Endlich ein Österreicher! Ein Leben ohne dem lästigen „ić“, dafür ein stolzer österreichischer Name und ein neues Leben.

Vladimir T. aus Wien hat beschlossen, sein Leben als Ausländer hinter sich zu lassen und sich einer sogenannten Assimilierung zu unterziehen. Jahrelang lebte der 30-Jährige im falschen Körper und litt an Ausgrenzung. Nun hat er sich für eine neue Identität in seiner neuen Heimat entschieden.

„Du bist ein Ausländer, so kannst du nicht mit uns in die Nachtschicht“, an die Worte seines besten Freundes, Olaf G., erinnert sich Vladimir ganz genau. Mit seinem Outfit, ein Jogginganzug und Sportschuhen, habe er beim Fortgehen nicht zu seinen österreichischen Freunden dazu gepasst. „Meine Familie war entzückt, dass ich den harten Kerl raushängen ließ, aber ich konnte damit nichts anfangen“, sagt Vladimir T. Er merkte früh, dass er nicht das gängige Klischee eines Balkan-Mannes erfüllt. Mit 23 legte er seinen Trainingsanzug ab und wechselte zu Lederhose.

Aufgewachsen ist Vladimir im zehnten Gemeindebezirk. Seine Kindheit verbrachte er im Park, wo er mit Kindern aus verschiedenen Kulturkreisen spielte. „Ich habe sofort bemerkt, dass ich mit ihnen nichts anfangen kann“, sagt Vladimir. Seit seinem siebten Lebensjahr würde er nur typische Spielsachen, mit denen österreichische Kinder spielten, sammeln. Schwarzer Peter oder Twister wollten seine Migranten-Freunde nie mit ihm spielen.

Dass er tatsächlich etwas an seiner Identität ändern kann, erfuhr Vladimir mit 18 Jahren. 2006 wandte er sich an die MA 35, die Abteilung für Einwanderung und Staatsbürgerschaft. Dort wurde festgestellt, dass Vladimir ein normaler Mensch sei, der mit einem falschen Pass geboren wurde. Nachdem er österreichischer Staatsbürger wurde, ging Vladimir T. einen Schritt weiter, um seine Transformation zu vervollständigen. Er änderte seinen Vor-und Nachnamen, um als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft wahrgenommen zu werden.

Seit seiner Verwandlung habe Vladimir, alias Herbert nur positive Erfahrungen gemacht. „Wenn ich beim Arzt aufgerufen werde, können die Menschen sofort meine Namen lesen. Ich werde von Nachbarn auf ein Bier eingeladen und kann unbesorgt  über Ausländer schimpfen“, sagt Herbert.

*Diese Meldung hat satirischen Charakter.*