Chinesische Forscher arbeiten an einem Roboter mit künstlicher Gebärmutter, der komplette Schwangerschaften austragen soll. Der Prototyp könnte bereits 2025 fertig sein.
China entwickelt ersten „humanoiden Schwangerschaftsroboter“ für die Austragung lebender Babys. Das futuristische Gerät soll eine komplette Schwangerschaft von der Empfängnis bis zur Geburt ohne gesundheitliche Risiken ermöglichen. Bereits im kommenden Jahr könnte der Prototyp fertiggestellt werden – zu einem Preis von etwa 14.000 Dollar. Was bislang nur Science-Fiction-Fans bekannt war, rückt damit in greifbare Nähe: Ein Roboter mit künstlicher Gebärmutter, der über ein spezielles Nährstoffsystem den heranwachsenden Fötus versorgt.
⇢ Roboter mit Gebärmutter: China testet künstliche Schwangerschaft
Projektgründer Dr. Zhang Qifeng ist CEO des Unternehmens Kaiwa Technology und promovierter Absolvent der renommierten Nanyang Technological University in Singapur. Zhang leitet das Unternehmen bereits seit 2015 und präsentierte den Prototyp auf der World Robot Conference 2025 in Peking. Er betont, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Inkubator handelt, sondern um einen humanoiden Roboter. Die Technologie der künstlichen Gebärmutter befinde sich bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Die eigentliche Herausforderung liege nun in der Integration dieser Technik in den Roboterkörper, um eine Symbiose zwischen Mensch und Maschine zu schaffen, die eine gesunde Schwangerschaft ermögliche.
Das System soll die Nährstoffversorgung des Fötus über künstliches Fruchtwasser und einen speziellen Schlauch gewährleisten. In einem vielbeachteten Interview auf Douyin (chinesische TikTok-Version) lösten Zhangs Ausführungen heftige Diskussionen in chinesischen Online-Netzwerken aus.
Ethische Bedenken
Kritiker warnen vor schwerwiegenden ethischen Problemen, insbesondere dem Verlust der mütterlichen Bindung während der Schwangerschaft. Auch die Frage nach der Herkunft der Eizellen wirft Bedenken auf. Zu diesen und weiteren ethischen sowie rechtlichen Fragestellungen erklärte Dr. Zhang, sein Team stehe bereits im Dialog mit den Behörden der Provinz Guangdong und habe Vorschläge zur gesetzlichen Regulierung eingereicht.
Allerdings blieben die Wissenschaftler bislang konkrete Erklärungen schuldig, wie genau die Befruchtung und Implantation in die künstliche Gebärmutter funktionieren soll.
Gesellschaftliche Akzeptanz
Befürworter sehen in der Technologie hingegen eine Chance für Frauen, sich von körperlichen Belastungen und Risiken einer Schwangerschaft zu befreien. Einige Kommentatoren verweisen darauf, dass zahlreiche Familien bereits jetzt hohe Summen für künstliche Befruchtungen ausgeben – oft ohne Erfolg.
Diese neue Technologie könnte daher einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten. Die ethische Dimension solcher Entwicklungen wurde bereits 2022 thematisiert, als Forscher des Kinderkrankenhauses Philadelphia, die selbst an künstlichen Gebärmüttern arbeiten, vor einer möglichen „Entwertung“ der Schwangerschaft warnten, die Frauen um dieses einzigartige Erlebnis bringen könnte.
Dennoch zeigt eine Anfang 2025 durchgeführte Studie, dass 42 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die Idee unterstützen, einen Fötus vollständig außerhalb des weiblichen Körpers heranwachsen zu lassen.