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Handtuchkrieg

Kroatien-Krieg am Morgen: Handtuch-Jäger räumen Traumstrände leer (VIDEO)

Kroatien-Krieg am Morgen: Handtuch-Jäger räumen Traumstrände leer (VIDEO)
FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

Während Urlauber noch schlafen, räumen Kommunalarbeiter in Makarska bereits auf. Ihr Kampf gegen frühmorgens platzierte Handtücher und Liegestühle sorgt für hitzige Debatten.

Morgens um halb sechs rücken sie aus: Die Kommunalarbeiter von Makarska haben in einem TikTok-Video dokumentiert, wie sie täglich die kroatischen Strände von zurückgelassenen Handtüchern, Liegestühlen und Spielzeug befreien. Mit diesen Utensilien versuchen Urlauber, sich bereits vor Sonnenaufgang die besten Plätze zu sichern – oft, ohne selbst anwesend zu sein.

@makarski.komunalac

„Die Ordnungshüter und Kommunalarbeiter in einer weiteren morgendlichen Mission für ordentliche, saubere und für alle zugängliche Strände“, kommentiert Makarski Komunalac das Video auf ihrem TikTok-Kanal. Das Unternehmen bedankt sich bei allen, die die Ordnung unterstützen, und entschuldigt sich gleichzeitig bei jenen Bürgern, deren Anfragen aus der gesamten Makarska-Riviera (kroatische Küstenregion) sie nicht beantworten können. „Wir erinnern daran, dass Makarski Komunalac nur für die Stadt Makarska zuständig ist. Die anderen Gemeinden an der Riviera haben ihre eigenen Dienste“, stellt das Unternehmen klar.

Rechtliche Grundlage für Räumungsaktionen

Die umstrittenen Maßnahmen haben eine klare rechtliche Basis: Die Stadt Makarska erklärte in einer offiziellen Stellungnahme vom Juli, dass das kroatische Gesetz über die Nutzung der Küste ausdrücklich verbietet, öffentliche Strände zu privatisieren oder Plätze zu reservieren, ohne tatsächlich anwesend zu sein. Die Stadtverwaltung betont, dass diese Kontrollen der Sicherstellung eines fairen Zugangs für alle Besucher dienen.

Gespaltene Meinungen

Die Aktion spaltet die Gemüter. In den Kommentaren unter dem Video entbrennt eine hitzige Debatte. „Eine Schande. Der Strand ist niemandes Eigentum und jeder soll dort haben können, was er will“, empört sich ein Nutzer. Ein anderer kontert knapp: „Bravo, so muss es sein.“

Besonders kritisch sehen viele die Rolle der Konzessionäre (Strandbetreiber mit Lizenz), die mit ihren Liegestühlen große Teile der Strände besetzen. „Wenn ihr auch die Liegestühle, mit denen die Konzessionäre den ganzen Strand besetzen, überall wo Schatten ist, so wegwerfen würdet, das würde dann schon Sinn machen“, schreibt ein Kommentator. „Die ganze Strandlänge ist mit leeren Liegestühlen gesäumt, und niemand tut etwas…“

Urlauber-Frust

Während ein Nutzer scherzhaft bemerkt: „Du gehst ins Meer und dieser nimmt dir das Handtuch weg“, sehen andere die Maßnahme als längst überfällig an. „Alle Achtung! Ich hoffe, ihr gebt nicht auf! Das überschreitet alle Grenzen“, lobt ein Urlauber und schildert seine Erfahrung: „Du kommst um halb zehn an den Strand und hast keinen Platz für dein Handtuch, und niemand ist am Strand…“

Eine frustrierte Familie berichtet: „Von den vier Tagen, die wir hier verbracht haben, hatten wir jeden Tag keinen Platz, um unser Handtuch hinzulegen oder auch nur Liegestühle zu mieten. Unverschämte Familien haben den Platz mit bis zu neun Handtüchern besetzt…“

Trend an der kroatischen Küste

Makarska ist kein Einzelfall: Auch Split und Dubrovnik gehen in der Hochsaison verstärkt gegen das illegale Reservieren von Strandplätzen vor. In Split wurden zusätzliche Kontrollen eingeführt, während Dubrovnik seit diesem Sommer eine Hotline für Beschwerden über blockierte Strandabschnitte betreibt. Selbst in anderen europäischen Urlaubszielen wie Mallorca werden seit Jahren ähnliche Maßnahmen ergriffen, um die Privatisierung öffentlicher Strände zu unterbinden.

Die Debatte um die Strandräumung in Makarska zeigt exemplarisch den Konflikt zwischen individuellen Ansprüchen und gemeinschaftlicher Nutzung öffentlicher Räume. Während die einen auf ihr vermeintliches Recht pochen, Plätze zu reservieren, sehen andere darin eine unzulässige Privatisierung öffentlicher Flächen.

Ein Spannungsfeld, das in der Hochsaison an vielen Urlaubsorten für Unmut sorgt.

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KO KOSMO-Redaktion
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