Chatbots liefern mit wenigen Klicks juristische Erstinformationen, doch die scheinbare Hilfe birgt Tücken. Experten warnen vor folgenschweren Irrtümern durch KI-Beratung.
Künstliche Intelligenz hat sich im Alltag fest etabliert. Die Verlockung ist groß: Mit wenigen Klicks entstehen komplette Texte, Übersetzungen oder Konzepte durch Chatbots – doch der kompetente Umgang mit dieser Technologie erfordert Kenntnis und Vorsicht. Besonders im Rechtsbereich bietet KI heute einfache Möglichkeiten, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Für juristische Laien kann diese Orientierungshilfe durchaus nützlich sein, um grundlegende Informationen zu sammeln. Dennoch ist Zurückhaltung angebracht.
Risiken der KI-Nutzung
Ein häufiges Problem: Viele Anwender übersehen, dass KI keine Faktenprüfung durchführt, sondern Inhalte ausschließlich auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen basierend generiert. „Vor allem in rechtlichen Belangen zieht die künstliche Intelligenz ihre Daten oft aus dem deutschen Recht – dieses darf man keinesfalls auf das österreichische umlegen. Nachfolgend kann es zu Fehlinformationen oder gar rechtlich problematischen Aussagen führen“, warnt Arbeitsrechtsexperte Mario Popovits von der Arbeiterkammer Burgenland. Ein weiteres erhebliches Risiko besteht darin, dass vertrauliche Informationen bei der Nutzung von KI-Systemen unbeabsichtigt weitergegeben oder gespeichert werden könnten. „Auch das kann nachhaltig schädigende Auswirkungen nach sich ziehen.“
Expertenrat unverzichtbar
Die unreflektierte Übernahme von KI-generierten Auskünften kann schwerwiegende Konsequenzen haben – fehlerhafte Informationen führen möglicherweise zu unwirksamen Verträgen, versäumten Fristen oder finanziellen Einbußen. Missverständliche Empfehlungen können somit schnell kostspielig werden. „Rechtliche Beurteilungen gehören nach wie vor in die Hände von ausgewiesenen Experten – eine Beratung in Bereichen wie Sozial-, Arbeits- oder Insolvenzrecht sowie Konsumentenschutz durch die Arbeiterkammer bietet Sicherheit und Verlässlichkeit“, so Popovits.
Im juristischen Kontext kann blindes Vertrauen in KI-Systeme zu ungültigen Vertragsabschlüssen oder erheblichen finanziellen Schäden führen.