Die Exportwirtschaft Niederösterreichs gerät ins Stocken. Mit einem Minus von 3,2 Prozent im ersten Halbjahr 2025 stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Die niederösterreichischen Exporte verzeichnen einen spürbaren Rückgang. Im ersten Halbjahr 2025 wurden nach vorläufigen Erhebungen der Statistik Austria Waren im Wert von 14,18 Milliarden Euro ins Ausland geliefert – ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders die nachlassende Nachfrage aus Deutschland belastet die heimische Wirtschaft. Der wichtigste Handelspartner reduziert seine Einkäufe deutlich, was vor allem Unternehmen im Maschinenbau und der Automobilzulieferindustrie zu schaffen macht. Zahlreiche niederösterreichische Betriebe sind direkt von deutschen Aufträgen abhängig. Schrumpfen diese, wirkt sich das unmittelbar auf die Produktionsstandorte im Inland aus.
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Die Exportproblematik hat konkrete Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In Niederösterreich hängen zehntausende Jobs direkt an der Auslandsnachfrage – insbesondere in Industriebetrieben, Gewerbebetrieben und deren Zulieferern. Ausbleibende internationale Aufträge zwingen Unternehmen dazu, geplante Investitionen zurückzustellen, Mehrarbeit zu reduzieren oder komplette Vorhaben einzufrieren. Die globalen Spannungen verschärfen die Situation zusätzlich. Vor allem der US-Markt schwächelt: Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten sanken um 8,2 Prozent. Strengere Importregulierungen und unberechenbare Zollentscheidungen erschweren langfristige Unternehmensplanungen erheblich. Mit besonderer Härte traf es den Pharmasektor, dessen Exportvolumen um nahezu ein Drittel einbrach.
Politische Reaktionen
Die Landespolitik zeigt sich alarmiert. „Senkende Exporte sind ein massives Warnsignal für den Wirtschaftsstandort“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie plädiert für Bürokratieabbau, beschleunigte Verfahren und eine Senkung der Energiekosten, um die Betriebe zu entlasten und Arbeitsplätze zu erhalten. Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), sieht langfristige Risiken für Beschäftigung und Standortqualität. Kari Ochsner, der die Industriellenvereinigung Niederösterreich leitet, verlangt hingegen mehr Aktivität in der europäischen Handelspolitik.
Deutlich wird: Wenn ausländische Aufträge ausbleiben, spüren das letztlich nicht nur die Unternehmen selbst – auch viele Arbeitnehmer in Niederösterreich bekommen die Folgen direkt zu spüren.
Positive Entwicklungen
Die Exportbilanz zeigt jedoch auch positive Entwicklungen. Die Ausfuhren nach Rumänien und in die Schweiz verzeichneten deutliche Zuwächse. Auch bei elektrischen Maschinen sowie Eisen- und Stahlprodukten gibt es erfreuliche Trends.
Dies verdeutlicht: Unter günstigen Rahmenbedingungen können niederösterreichische Unternehmen durchaus Wachstum erzielen.