Kostenloses Studium, EU-Abschluss, Job nebenan – ein Land wird für junge Serben zur echten Bildungsalternative.
Immer mehr junge Serben zieht es zum Studium nach Slowenien – vor allem nach Ljubljana und Maribor. Der Grund liegt auf der Hand: Das Studium ist kostenlos, die erworbenen Abschlüsse werden europaweit anerkannt, und wer nebenbei arbeiten möchte, findet vergleichsweise rasch einen Job. Dazu kommen überschaubare Lebenshaltungskosten – eine Kombination, die Slowenien für Schulabgänger aus Serbien und anderen Balkanstaaten zunehmend attraktiv macht.
Studium in Maribor
Natalija Jovic aus Belgrad studiert im dritten Jahr Wirtschaft an der Universität Maribor. Ihr Fazit fällt positiv aus: Das Studium sei zwar arbeitsintensiv – wöchentliche Projekte gehören zum Standard –, aber keineswegs unüberwindbar. Die Professoren zeigten sich verständnisvoll gegenüber anfänglichen Sprachschwierigkeiten; die meisten verstehen Serbisch, alle sprechen Englisch.
Natalija hat sich bewusst gegen einen Platz im Studentenheim entschieden und lebt in einer Garçonnière, für die sie 350 Euro im Monat zahlt. Wer Glück hat, kann eine Wohnbeihilfe beantragen – die Mietpreise selbst variieren je nach Lage und Zustand der Wohnung erheblich.
Auch Petar Djordjevic hat Erfahrung mit dem slowenischen Hochschulsystem gesammelt – allerdings aus der Perspektive eines Vaters, dessen Tochter in Maribor studiert. Die Inskription läuft über ein slowenisches Online-Portal, auf dem die erforderlichen Unterlagen hochgeladen werden. Beglaubigte Übersetzungen sind erst in einem späteren Schritt notwendig.
Klassische Aufnahmeprüfungen gibt es nicht; stattdessen werden Matura-Ergebnis und Schulzeugnisse herangezogen. Sprachkenntnisse, die für bestimmte Studiengänge vorausgesetzt werden, lassen sich auch nachträglich nachweisen.
Arbeit & Wohnen
Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, das Studium mit Erwerbstätigkeit zu verbinden. Über einen Studentenservice werden Arbeitsstellen vermittelt, die Auszahlung ist garantiert. Günstigere Mahlzeiten in Mensen und Partnerrestaurants sind dank Studentenbons ebenfalls drin.
Schwieriger gestaltet sich hingegen die Wohnungssuche: Das Angebot ist begrenzt, die Preise sind nicht niedrig – wer nicht rechtzeitig sucht, hat das Nachsehen.
Informationen rund um Studium und Übersiedlung bieten zahlreiche Agenturen im Netz. Die meisten Bachelorprogramme werden auf Slowenisch abgehalten, doch auf Master- und Doktoratsebene wächst das englischsprachige Angebot stetig.