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INTIME FRAGEN

Große Aufregung: Arbeitslose werden nach Geschlechtskrankheiten gefragt

(FOTOS: iStockphotos)

Eine Befragung von Partnern des AMS sorgt nun für großen Wirbel: Sie wollen intimste Details von den Arbeitslosen wissen, um ihre Arbeitsfähigkeit zu beurteilen.

Im Rahmen ihrer Job-Vermittlung müssen Arbeitslose eine polarisierende Befragung hinter sich bringen. Ein Teil der insgesamt 272 Fragen des „JobIMPFULS“-Fragebogens sind höchst intim, etwa die Frage nach Geschlechtskrankheiten, Geburtsfehlern oder moralischen Fehltritten.

Geschlechtskrankheiten, psychische Probleme und Geburtsfehler
„Zackzack“ und „Die Woche“ fanden in ihren Recherchen heraus, welche intimen Fragen Arbeitslose bei ihrer Job-Vermittlung beantworten müssen. Der Fragenkatalog umfasst 272 Fragen. Betroffene beklagten gegenüber den beiden Medien, dass bei der Befragung nicht ausreichend auf die Freiwilligkeit hingewiesen wurde: „Ich hatte immer das Gefühl, ich muss diesen Fragebogen ausfüllen“, berichtete ein Betroffener.

Und so mussten zahlreiche Langzeitarbeitslose plötzlich für einen Job offenlegen, ob sie im Alltag auf Notlügen zurückgreifen, wie ihr psychischer Zustand ist, ob sie an Geschlechts- oder Harnwegserkrankungen leiden, von einem Geburtsfehler wissen, stets einen korrekten Kleidungsstil pflegen und hunderte weitere Details.

Die in der Befragung gesammelten Daten, werden dann nach Deutschland zur Jobnet AG weitergeleitet. Dort wird anhand der Antworten ein Wert ermittelt, der offenbar die Arbeitsfähigkeit beurteilen soll. Rund 20 Förderprojekte des AMS Wien greifen bereits seit 2018 auf diese Daten zurück. Österreichweit sind es 15 Träger und fast 100 Projekte, die diese Methode anwenden.

Auch AMS-Chef Johannes Kopf äußerte sich nach anfänglichen Vorbehalten zu dem Vorfall. Er betonte seine Verwunderung und versprach, die Sache unter die Lupe zu nehmen.

Kopf „teilt die Verwunderung über einzelne Fragen des Tests“
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe bezog der AMS-Chef auf Twitter Stellung. Kopf betonte, dass der Arbeitsbewältigungsindex international anerkannt sei, um „eine stark vereinfachte Aussage über die Arbeitsfähigkeit einer Person zu erhalten“. Die Beantwortung sei völlig freiwillig, weder Berater noch AMS bekommen Zugriff auf die genauen Antworten. Der Computer würde lediglich einen standardisierten Wert aus den angekreuzten Antworten erstellen, die konkreten Antworten würde man jedoch nicht einsehen können. Und auch dieser Wert werde nur zwischen dem AMS-Kunden und seinem eigenen Berater besprochen.

„Ich persönlich teile die Verwunderung über einzelne Fragen des Tests. Wir werden die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit des Einsatzes überprüfen und uns bei den AMS Trägern auch vergewissern, dass die Freiwilligkeit einfach verständlich, klar kommuniziert und sichergestellt wird.“, so Johannes Kopf abschließend.

Quellen und Links:

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