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Betrug

Haftstrafen für gefälschte Corona-Tests

(FOTO: iStock/Juliano703/BrianAJackson)
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In einem bemerkenswerten Gerichtsfall musste sich vor kurzem der Geschäftsführer eines Wiener Unternehmens vor dem Landesgericht für sein Verhalten während der CoV-Pandemie verantworten.

Das Unternehmen hatte in betrügerischer Absicht mit Apotheken in Wien zusammengearbeitet, um gefälschte Corona-Tests durchzuführen. Die Kosten dafür stellt er unrechtmäßig in Rechnung.

Spucke vom Chef

Die Methoden, die bei diesem Betrug angewendet wurden, zeigten insbesondere ein hohes Maß an Einfallsreichtum. Das Unternehmen reichte gefälschte Listen von angeblich getesteten Personen ein, einschließlich frei erfundener Adressen und Sozialversicherungsnummern. Mehr noch, es wurden fingierte Proben zur Auswertung ins Labor geschickt, teilweise sollen diese sogar vom Geschäftsführer selbst stammen.

Finanzieller Schaden und Teilgeständnis

Die dreisten Fälschungen umfassten mehr als 71.000 PCR-Tests, welche die Firma betrügerisch mit fingierten Patientendaten abgerechnet hatte. Der durch diesen Schwindel verursachte finanzielle Schaden beläuft sich laut Anklage auf mehr als 700.000 Euro, wobei dies zu Lasten der Stadt Wien sowie der Republik Österreich ging. Der Geschäftsführer selbst räumte eine Schuld von 300.000 bis 400.000 Euro ein. Er versprach, sein Verhalten zu ändern, nie wieder eine Firma zu leiten und ein Vorbild für seine Kinder zu werden.

Reue und Hoffnung auf Hausarrest

Der mitangeklagte Cousin, der für die Erstellung der gefälschten Dokumente zuständig war, zeigte sich vollständig geständig und bekundete seine Reue. Durch sein frühes Geständnis erhofft er sich, einen Teil seiner Strafe im elektronisch überwachten Hausarrest verbüßen zu dürfen.

Der 40-jährige Geschäftsführer wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sein 38-jähriger Cousin, der im Unternehmen für die IT verantwortlich war, wurde zu einer teilweise bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Die Ehefrau des Geschäftsführers, die ebenfalls angeklagt war, wurde freigesprochen. Diese Urteile sind noch nicht rechtskräftig.