Handkes jugoslawischer Pass: Verliert er nun die österreichische Staatsbürgerschaft?

DOPPELSTAATSBÜRGER?

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Handkes jugoslawischer Pass: Verliert er nun die österreichische Staatsbürgerschaft?

(FOTO: Privatkollektion Hans Widrich/Österreichische Nationalbibliothek Online-Archiv)

Seitdem der österreichische Schriftsteller vergangenen Monat den Nobelpreis für Literatur verliehen bekommen hat, wird heftig über sein politisches Engagement für Slobodan Milošević und seine Solidarisierung mit Serben während des Jugoslawienkrieges diskutiert.

Ein US-amerikanisches Newsportal veröffentlichte ein Bild von Handkes Reisepass, auf welchen das Medium in der österreichischen Nationalbibliothek gestoßen ist. Hierbei handelt es sich um ein Reisedokument, das von der jugoslawischen Botschaft am 15. Juni 1999 in Wien ausgestellt wurde. Seine Nationalität wird darin als „jugoslawisch“ angegeben. Interessanterweise wurde der Pass genau zu jener Zeit ausgestellt, als die NATO-Luftangriffe auf Serbien starteten.

Verliert Handke die österreichische Staatsbürgerschaft?
Laut österreichischem Recht ist die Doppelstaatsbürgerschaft verboten. Wer dieses Gesetz missachtet, läuft Gefahr, die österreichische Staatsbürgerschaft zu verlieren. Daher stellt sich nun die Frage, ob Peter Handke wirklich über die jugoslawische Staatsbürgerschaft verfügte, oder dies im Dokument nur falsch angemerkt wurde.

Insofern es zu einer Änderung der Staatenzugehörigkeit in Handkes Fall gekommen ist, so müssten die österreichischen Behörden einen Akt darüber haben. Handke lebt zwar in Frankreich, allerdings müssten die Dokumente daher bei der Landesregierung Kärnten vorliegen bzw. von dieser bewilligt worden sein, da er dort zur Welt kam.

Archive werden durchforstet
Wir durchforsten die Archive, ob es einen Akt bei uns gibt“, so Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. Insofern es keine Ausnahmeregelung für den österreichischen Schriftsteller gab, dann ging der Nobelpreis an einen Bürger der Bundesrepublik Jugoslawien, bzw. aus heutiger Sicht Serben. Landeshauptmann Kaiser beauftragte am Donnerstag die Landesamtsdirektion damit, den Fall Handke sofort zu prüfen.

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