Lautstark Videos schauen im Flugzeug – das kann jetzt teuer werden. Eine Airline macht ernst und setzt neue Maßstäbe.
Immer mehr Fluggesellschaften reagieren auf störendes Verhalten an Bord mit schärferen Vorschriften. United Airlines gehört dabei zu den Vorreitern: Wer während eines Fluges Audio- oder Videoinhalte konsumiert, ist künftig verpflichtet, Kopfhörer zu tragen. Die Regelung wurde am 27. Februar 2026 verbindlich in die Beförderungsbedingungen der Airline aufgenommen und fällt unter Rule 21 des „Contract of Carriage“. Wer sich nicht daran hält, riskiert, von der Crew aus dem Flugzeug gebeten zu werden – oder im schlimmsten Fall ein dauerhaftes Flugverbot bei der Gesellschaft.
Vorfall viral
Wie ernst die Airline diese Vorgabe nimmt, zeigte sich bei einem Vorfall auf einem US-Inlandsflug. Eine Passagierin spielte auf ihrem Smartphone lautstark ein Video ab und ignorierte mehrfache Aufforderungen der Crew, Kopfhörer zu verwenden. Noch vor dem Abflug wurde sie daraufhin aus dem Flugzeug begleitet.
Aufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich rasch in sozialen Medien. Als die Frau das Flugzeug verließ, applaudierten die übrigen Passagiere – ein deutliches Signal dafür, wie weit verbreitet der Unmut über laut abgespielte Medieninhalte an Bord ist.
Branchenweite Signalwirkung
Über die Kopfhörerpflicht hinaus untersagen einzelne Airlines ihren Fluggästen auch Telefon- oder Videoanrufe während des Fluges. Verstöße gegen diese Bestimmungen können den Beförderungsbedingungen zufolge ebenfalls mit einem Flugverbot geahndet werden.
Experten sehen in der Regelung eine mögliche Signalwirkung für die Branche: Zwar appellieren viele Fluggesellschaften bereits an die gegenseitige Rücksichtnahme ihrer Passagiere, eine verbindliche Kopfhörerpflicht mit konkreten Sanktionen ist jedoch bislang die Ausnahme. Sollten Beschwerden über Lärm an Bord weiter zunehmen, könnten sich künftig auch weitere Airlines zu ähnlichen Maßnahmen entschließen.