Ein Hollywood-Star, der Millionen begeisterte – und privat tief litt. Hayden Panettiere ist tot.
„Mit tiefer Trauer geben wir den tragischen Tod unserer geliebten Hayden bekannt“, zitierten ABC und andere Medien aus der Mitteilung. „Sie war ein unglaubliches Licht und eine Naturgewalt, die allen, die sie kannten – und den Millionen, die sie auf der Leinwand sahen –, unermessliche Liebe und Freude schenkte.“ Sowohl ABC und Fox News als auch weitere US-amerikanische Medien beriefen sich dabei auf eine offizielle Erklärung ihres Sprechers.
Wie NBC unter Berufung auf die Polizeibehörde in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina meldete, wurde Panettiere dort am frühen Sonntagnachmittag Ortszeit in einer Wohnung tot aufgefunden. Dem Sender liegt nach eigenen Angaben eine Polizeimitteilung vor, der zufolge Einsatzkräfte und Rettungssanitäter einen Notruf erhalten hatten, weil eine Frau nicht mehr ansprechbar gewesen sei. Die ersten Ermittlungen hätten weder Hinweise auf ein Verbrechen noch auf verdächtige Umstände ergeben, berichtete NBC weiter. Die Greenville Police Department führt die Untersuchungen demnach gemeinsam mit der Gerichtsmedizin.
Karriere & Rollen
Panettiere stand in den USA bereits als Kind vor der Kamera. Den internationalen Durchbruch schaffte sie im Alter von 17 Jahren mit der Rolle der Highschool-Cheerleaderin Claire Bennet in der Science-Fiction-Serie „Heroes“, die von 2006 bis 2010 ausgestrahlt wurde. Die Figur verfügt über übernatürliche Fähigkeiten; die Serie, in der völlig normale Menschen eines Tages besondere Kräfte an sich entdecken und gemeinsam eine globale Katastrophe abwenden sollen, war auch im deutschsprachigen Raum in den 2000er-Jahren außerordentlich erfolgreich. Für ihre Darstellung erhielt Panettiere sowohl 2007 als auch 2008 den Teen Choice Award.
Von 2012 bis 2018 übernahm Panettiere in der US-Dramaserie „Nashville“ die Rolle der aufstrebenden Country-Sängerin Juliette Barnes – eine Zeit, die mit dem öffentlichen Bekanntwerden ihrer persönlichen Probleme zusammenfiel. Die Serie spielt im Milieu des amerikanischen Country-Musikbetriebs und schildert zunächst den Machtkampf, später den Zusammenhalt zweier Künstlerinnen: der jungen Nachwuchssängerin Barnes und der etablierten Country-Ikone Rayna James, verkörpert von Connie Britton, die einem breiteren Publikum auch aus „The White Lotus“ bekannt ist. Die Darsteller singen in der Serie durchgehend selbst; einzelne Songs schafften es sogar in die US-Charts, darunter Panettieres „Telescope“.
Die Figur der Juliette Barnes galt als bewusster Gegenentwurf zu Panettieres vorheriger Serienrolle, von der sie sich nach eigenen Worten dringend lösen wollte. In einem Interview mit dem Branchendienst „Awardsline“ sagte sie 2013: „Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Figur spielen durfte – versteh mich nicht falsch –, aber mir war klar, dass es nach dieser Rolle ein harter Kampf werden würde, die Leute davon zu überzeugen, dass ich mehr bin als nur die typisch amerikanische Cheerleaderin.“ Ihre schauspielerische Leistung in „Nashville“ wurde mit zwei Golden-Globe-Nominierungen als beste Nebendarstellerin in einer Serie honoriert – 2013 und 2014.
Später äußerte Panettiere jedoch Kritik an der Ausgestaltung ihrer Serienfigur. Juliette Barnes durchlebt in „Nashville“ unter anderem eine Alkoholsucht und Wochenbettdepressionen – Handlungsstränge, die die Macher der Serie nach Panettieres Einschätzung unmittelbar aus ihrem realen Leben übernommen hätten. Der „Hollywood Reporter“ zitierte sie aus einem Interview mit der inzwischen eingestellten Nachrichtenseite „The Messenger“ aus dem Jahr 2024 mit den Worten: „Sie haben sich keine neuen Handlungsstränge ausgedacht. Sie haben sich einfach mein Leben angesehen und sich gedacht: ‚Ach, nehmen wir doch einfach das, was sie gerade durchmacht, und geben dem Ganzen unsere eigene Note.‘ Und dann – ta-da! – war die Sache erledigt.“
Persönliche Kämpfe
Im Mai brachte Panettiere eine Biografie mit dem Titel „This Is Me“ heraus, in der sie unter anderem über eine Wochenbettdepression nach der Geburt ihrer Tochter sowie über ihre Alkoholsucht schrieb. In einem Instagram-Post des Magazins „The Cut“ wird sie in Bezug auf den Alkohol mit folgenden Worten zitiert: „In dem Moment, als ich dieses Brennen spürte, war die Angst, die ich seit der Geburt meiner Tochter verspürt hatte, verschwunden.“
Bereits 2015 hatte Panettiere öffentlich gemacht, dass sie sich wegen einer Wochenbettdepression in stationäre Behandlung begeben hatte. Anlässlich des Erscheinens ihrer Biografie schilderte sie im „Jay Shetty Podcast“, wie sie sich nach der Entscheidung, ihre Tochter bei deren Vater in Europa zu lassen, in einem „schrecklichen Teufelskreis aus Depressionen, Angstzuständen, Alkoholismus und Drogenmissbrauch“ befunden und schließlich selbst Hilfe gesucht habe, um einen „Weg aus dieser Dunkelheit“ zu finden. Der Moment, als ihr Ex-Partner Klitschko die Tochter zu sich geholt habe, sei „unglaublich schwer“ gewesen. Später habe sie sich jedoch aus Liebe zu Kaya dazu entschlossen, das Mädchen weiterhin in Europa zu belassen: „Als ich dann endlich wieder gesund war, hatte ich das Gefühl, es wäre unfair und egoistisch von mir gewesen, sie aus diesem Leben herauszureißen, das sie sich aufgebaut hatte, aus diesem Leben, das sie gelebt hatte.“
Darüber hinaus sprach Panettiere in dem Podcast über eine belastende Kindheit als Kinderstar, ihr distanziertes Verhältnis zu ihrer Mutter sowie den tiefen Schmerz über den Verlust ihres jüngeren Bruders, der 2023 an einer Herzerkrankung gestorben war.
Im deutschsprachigen Raum war Panettiere nicht zuletzt durch ihre Beziehung zum früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko bekannt – dem jüngeren Bruder von Vitali Klitschko, dem Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Aus der Verbindung mit Wladimir Klitschko ging eine gemeinsame Tochter hervor: Kaya, geboren im Dezember 2014.