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Gesundheitskrise

In diesem Land stirbt alle sieben Minuten (!) eine Mutter bei der Geburt

In diesem Land stirbt alle sieben Minuten (!) eine Mutter bei der Geburt
(Foto: Pexels)
3 Min. Lesezeit |

Alle sieben Minuten stirbt eine Mutter in Nigeria bei der Geburt. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas führt die weltweite Statistik der Müttersterblichkeit an.

In einem Land, das zu den bevölkerungsreichsten Afrikas zählt, bedeutet Mutterschaft für viele Frauen ein tödliches Risiko. Nigeria führt die weltweite Statistik der Müttersterblichkeit an – mit erschreckenden 75.000 Todesfällen allein im vergangenen Jahr. Dies entspricht fast einem Drittel aller geburtsbedingten Todesfälle weltweit. Alle sieben Minuten verliert eine Nigerianerin während oder kurz nach der Entbindung ihr Leben.

Besonders tragisch: Die meisten dieser Todesfälle wären bei angemessener medizinischer Versorgung vermeidbar. Hauptursachen sind Blutungen nach der Geburt, Komplikationen während der Entbindung, Bluthochdruck und unsachgemäß durchgeführte Abtreibungen.

Die Wurzeln dieser Krise liegen in einem chronisch unterversorgten Gesundheitssystem. Auf 218 Millionen Einwohner kommen gerade einmal 121.000 Hebammen – laut WHO-Empfehlungen wären mindestens 700.000 nötig. Hinzu kommen eine marode Infrastruktur, unerschwingliche Behandlungskosten und ein tiefes Misstrauen gegenüber staatlichen Spitälern. Viele Familien setzen daher auf traditionelle Geburtshelferinnen und Hausgeburten, was die Risiken weiter erhöht.

Persönliche Schicksale

Die Erfahrungen nigerianischer Frauen spiegeln die dramatischen Unterschiede im Gesundheitssystem wider. Jamila Ishak entschied sich für eine Hausgeburt, nachdem sie in öffentlichen Kliniken wiederholt keine Hilfe fand. Im Gegensatz dazu konnte sich Chinwendu Obiejesi aus Abuja eine private Betreuung leisten und berichtet von einer positiven Geburtserfahrung. Diese Geschichten verdeutlichen die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich beim Zugang zu medizinischer Versorgung.

Besonders erschütternd ist der Fall der 24-jährigen Nafisa Salahu aus dem Bundesstaat Kano. Während eines landesweiten Ärztestreiks lag sie drei Tage lang ohne fachkundige Hilfe in den Wehen. Als endlich ein Arzt für einen Kaiserschnitt gefunden wurde, konnte zwar ihr Leben gerettet werden – für ihr Baby kam jede Hilfe zu spät.

Regierungsmaßnahmen

Die nigerianische Regierung hat 2023 mit dem „Mami“-Programm auf die Krise reagiert. Die Initiative zielt darauf ab, in 172 besonders gefährdeten Gemeinden die Müttersterblichkeit zu senken. Das Konzept umfasst die systematische Erfassung von Schwangeren, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Transportmöglichkeiten und die Anbindung an Gesundheitseinrichtungen. Experten betonen jedoch, dass ohne substanzielle Investitionen keine nachhaltige Verbesserung zu erwarten sei.

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Hinter den nüchternen Statistiken verbergen sich unzählige persönliche Tragödien. Henry Ede verlor seine Schwester durch Blutungen nach der Geburt. Seine Worte verdeutlichen den bleibenden Schmerz: „In der Stille, wenn ich an sie denke – weine ich bitterlich.“

Während das nigerianische Gesundheitssystem weiterhin mit grundlegenden Herausforderungen kämpft, zahlen täglich 200 Familien den höchsten Preis – den Verlust einer Mutter, Tochter oder Schwester.

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KO KOSMO-Redaktion
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