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Reformforderungen

Wirtschaftsreform: Industrievereinigung will halbe Stunde mehr Arbeit pro Tag!

Arbeitszeit
(Foto: iStock)

In einer Zeit, in der die Sommerpause die Stimmung im ganzen Land hebt, macht die Industriellenvereinigung (IV) mit einer dringenden Warnung auf sich aufmerksam. Die wirtschaftliche Lage Österreichs steht auf des Messers Schneide, und es bedarf gezielter Maßnahmen, um den Wohlstand und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu sichern.

Unter der Führung des wiedergewählten IV-Präsidenten Georg Knill und flankiert von hochrangigen Industrievertretern, wurden acht zentrale Anliegen vorgetragen, die für eine Notwendigkeit tiefgreifender Reformen stehen.

An die künftige Bundesregierung gerichtet, lassen die Industrievertreter keinen Zweifel daran, dass eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik oberste Priorität haben muss. Egal, welche politische Konstellation sich nach den Wahlen bildet, das Ziel bleibt gleich: eine Regierung, die wirtschaftliche Interessen fördert und umsetzt. Von Steuerreformen über Arbeitszeitflexibilisierung bis hin zu Bildungsinitiativen spannt sich der Bogen der geforderten Maßnahmen.

Radikale Senkung der Lohnnebenkosten gefordert

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der drastischen Reduzierung der Lohnnebenkosten. Diese Maßnahme wird als essenziell angesehen, um die Leistungsbereitschaft zu fördern und Österreichs Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Darüber hinaus wird eine Verlängerung der Arbeitszeit befürwortet, die mit einem angemessenen Lohnausgleich einhergehen soll. Die Industriellenvereinigung argumentiert, dass eine solche Anpassung nicht nur dem Fachkräftemangel entgegenwirken, sondern auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigern könnte.

Aus der Teilzeit in die Vollzeit

Ein weiteres kritisches Element ist die Förderung des Übergangs von Teilzeit- zu Vollzeitarbeit, um dem Rückgang der Gesamtarbeitszeit und dem Arbeitskräftemangel aktiv entgegenzuwirken. Die IV betont, dass derzeit viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, vakante Stellen zu besetzen, was die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung unterstreicht.

Umweltschutz und Wirtschaftswachstum in Balance

Ein zentrales Anliegen besteht zudem darin, den Green Deal der EU in einen „Real Deal“ umzuwandeln, der sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele miteinander in Einklang bringt. Die Industriellenvereinigung fordert, dass Umweltschutzmaßnahmen nicht zu Lasten der industriellen Basis gehen dürfen. Weiterhin wird eine effizientere Bürokratie gefordert, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und somit sowohl Wirtschaftswachstum als auch ökologische Nachhaltigkeit zu fördern.

Kurz und knapp:

  • Reformvorschlag der IV: Die Industriellenvereinigung fordert eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit um 30 Minuten.
  • Ziele: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Bekämpfung des Fachkräftemangels.
  • Weitere Maßnahmen: Drastische Senkung der Lohnnebenkosten, Förderung von Vollzeitarbeit und eine Balance zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum.
  • Hintergrund: Der Reformvorschlag kommt in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit, um den Wohlstand und die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu sichern.