Integrationsbericht: „Frauen sind der Motor der Integration“

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Integrationsbericht: „Frauen sind der Motor der Integration“

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Integrationsbericht 2018
Karin Kneissl, parteifreie Ministerin auf einem Regierungsticket der Freiheitlichen, stellte am Vormittag den neuen Integrationsbericht vor. (Foto: Facebook/Österreichisches Außenministerium)

Heute hat Außen-und Integrationsministerin, Karin Kneissl, gemeinsam mit der Vorsitzenden des Expertenrats für Integration, Katharina Pabel, den Integrationsbericht 2018 präsentiert.

Der Schwerpunkt des Integrationsberichts 2018 liegt auf dem Thema Frauen. „Frauen sind der Motor der Integration. Sie nehmen im Integrationsprozess eine besonders wichtige Rolle ein, da sie vor allem in patriarchalen Systemen die Verantwortung für Erziehung und Bildung der Kinder tragen“, so Kneissl in einer Aussendung.

Die Verpflichtung zur Teilnahme an Integrationsprogrammen für Frauen führte zu einer Verdoppelung des Frauenanteils in den Werte- und Orientierungskursen des ÖIF. Frauen mit Migrationshintergrund sind weiterhin deutlich seltener erwerbstätig (59 Prozent vs. 71 Prozent) und weisen häufiger höchstens einen Pflichtschulabschluss auf als Frauen ohne Migrationshintergrund (28,6 Prozent vs. 12,8 Prozent).

Übersicht über aktuelle Migartionsströme
Dem Integrationsbericht 2018 ist auch eine Übersich über den aktuelle Stand von Migrationsströmen zu entnehmen. Der Zuzug nach Österreich ist 2017 im Vergleich zu 2016 gesunken, der Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich ist in den vergangenen 10 Jahren von 16 Prozent auf 23 Prozent angestiegen, das entspricht fast 2 Millionen Personen.

Die Situation an Schulen
An Schulen haben rund ein Viertel aller Schüler österreichweit eine andere Umgangssprache als Deutsch, an Wiener Schulen sogar 51 Prozent. Die Mitglieder des Expertenrates hielten fest, dass die bisherigen Ansätze zur Sprachförderung an Schulen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt hätten. Man müsse daher neue Maßnahmen in der Sprachförderung erproben und die neu etablierten Deutschförderklassen begleitend evaluieren.

Österreich wies 2017 im EU-Vergleich weiterhin hohe Asylantragszahlen auf. Mit 2,8 Asylanträgen je 1.000 Einwohner lag Österreich proportional zu seiner Bevölkerung an 5. Stelle aller EU-Mitgliedstaaten. „Österreich hat in der Bewältigung der starken Fluchtmigration der vergangenen Jahre viel geleistet und nachhaltige Strukturen im Integrationsbereich etabliert, trotzdem müssen die noch vor uns liegenden Anstrengungen im Fokus bleiben“, so Katharina Pabel, vom Expertenrat für Integration.