IS-Prozess in Wien: Serbe und Bosnier auf der Anklagebank

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IS-Prozess in Wien: Serbe und Bosnier auf der Anklagebank

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Symbolbild (Foto: iStock)

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Insgesamt fünf Personen müssen sich in den kommenden Tagen vor dem Wiener Landesgericht verantworten. Der Prozess wird mehrere Tage dauern.

Am Dienstag startete in Wien ein Hochsicherheitsprozess gegen vier Männer und eine Frau, denen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und kriminellen Organisation vorgeworfen wird. Sie alle sollen Anhänger und Unterstützer des Islamischen Staates gewesen sein.

Familienmitglieder in Syrien
Der Hauptangeklagte im Fall ist ein bosnischer Staatsbürger (21), der bereits vor drei Jahren wegen IS-Unterstützung verurteilt wurde. Er soll laut Medienberichten der Lieblingsschüler des Hasspredigers Mirsad O. sein, der zu den führenden Persönlichkeiten der IS-Szene in Österreich gilt. Die Staatsanwältin bezeichnet das Verhalten des Bosniers als „unbelehrbar“. „Wir werden uns wiedersehen, wenn ich für den IS Köpfe abschneide“, soll der junge Bosnier einem Justizbeamten gedroht haben.

Der 21-Jährige versuchte erfolglos nach Syrien in den „Heiligen Krieg“ zu reisen. Sein Vater soll sich seit 2014 dort aufhalten. Auch der Vater eines zweiten Angeklagten soll in Syrien als IS-Kämpfer aktiv sein, während der Bruder der weiblichen Angeklagten sich ebenso dem IS angeschlossen haben soll. Sie selbst ist mit dem Hauptangeklagten aus Bosnien verheiratet.

„Schlagt ihnen die Köpfe ab. Für Gott töten…“
Ebenso über Balkanwurzeln verfügt ein weiterer Angeklagte in diesem umfangreichen Prozess. Der Serbe (21) wurde vom Verfassungsschutz als verdächtig eingestuft, weshalb sein Pkw verwanzt wurde. Laut Beweisführung soll es Aufnahmen geben, auf welchen der serbische Staatsbürger beim Singen von IS-verherrlichenden Liedern zu hören ist: „Schlagt ihnen die Köpfe ab. Für Gott töten wir euch mit glückerfülltem Herzen. Für Gott terrorisieren wir euch. Wir töten euch mit allen Mitteln. Wir werden euch die Qual bringen.“

Plädieren auf nicht schuldig
Alle fünf Angeklagten beteuerten vor Gericht, nichts mit der IS-Ideologie zu tun zu haben und diese strikt abzulehnen. Sie bekennen sich allesamt nicht schuldig. Ein Urteil wurde gestern nicht gefällt, da der Prozess mehrere Tage andauern wird.

Während der Anwalt des Hauptangeklagten angab, dass sein Mandat bekehrt sei und er sich nur zu Studienzwecken mit dem Islamischen Staat beschäftige, meint der zweite Angeklagte, dass er keine radikalen Treffen mit Freunden abgehalten habe, sondern sie nur zum PlayStation-Spielen eingeladen hätte.

Der Dritte leide unter einer Persönlichkeitsstörung, während der vierte die IS-verherrlichenden Lieder mitgrölte, ohne zu Wissen was da gesungen wird, da er kein Arabisch spreche. Die einzige Angeklagte im Fall habe mit dem Fall überhaupt nichts zu tun, da sie sich nur um den Aufbau ihrer Familie gekümmert habe.

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