Modehändler Schanda kämpft mit 1,6 Millionen Euro Schulden ums Überleben. Corona-Nachwirkungen und explodierende Kosten zwingen das Traditionsunternehmen in die Knie.
Das Modeunternehmen Schanda mit Standorten in Wels, Kirchdorf und Steyr hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Verbindlichkeiten belaufen sich nach Informationen des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) auf etwa 1,6 Millionen Euro. Von der Insolvenz sind 13 Beschäftigte betroffen. Der AKV nennt mehrere Faktoren für die wirtschaftliche Schieflage: anhaltende Folgen der Corona-Pandemie, erhebliche Kostensteigerungen bei Energie, Miete und Personal sowie Bauarbeiten im direkten Umfeld der Geschäfte, die den Kundenzustrom erheblich reduzierten. Ein Corona-Hilfskredit über eine Million Euro konnte zuletzt nicht mehr bedient werden.
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Branchenweite Krise
Die Insolvenz des Unternehmens ist kein Einzelfall in der österreichischen Modelandschaft. Zahlreiche Betriebe der Branche stehen nach den pandemiebedingten Schließungen und staatlichen Unterstützungsmaßnahmen weiterhin vor erheblichen Herausforderungen wie hohen Fixkosten, Teuerung und sinkender Konsumneigung. Der Handel zählt laut KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) österreichweit zu den am schwersten getroffenen Wirtschaftszweigen. In Oberösterreich stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen in diesem Sektor im Frühjahr 2024 um rund 71 Prozent.
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Branchenexperten sehen die Ursachen dieser Entwicklung in der Kombination aus Corona-Nachwirkungen, steigenden Betriebskosten und verändertem Konsumverhalten. Während viele traditionelle Modehändler unter Druck geraten, zeigen Unternehmen mit angepassten Geschäftsmodellen größere Widerstandsfähigkeit. Flexible Sortimentsgestaltung, verstärkte Digitalisierung und gezielte Kundenbindungsmaßnahmen erweisen sich als entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg in der Krise.
Sanierungschancen
„Der eingesetzte Sanierungsverwalter wird prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens möglich ist. Mit Zustimmung der Gläubiger zum angebotenen Sanierungsplan kann der Fortbestand dieses Traditionsunternehmens gesichert werden„, sagt Petra Wögerbauer vom KSV1870.