In ganz Österreich sind die Keuchhustenzahlen in diesem Jahr besorgniserregend gestiegen – mit nahezu 10.000 Fällen verzeichnet das Land einen dramatischen Anstieg. Besonders auffällig ist die Situation in Salzburg, das mehr Fälle als Wien aufweist.

Österreich verzeichnet in diesem Jahr einen alarmierenden Anstieg der Keuchhustenfälle. Seit Jahresbeginn wurden bereits rund 10.000 Infektionen registriert, wie aktuelle Daten der AGES zeigen. Dies ist eine drastische Zunahme im Vergleich zum Vorjahr, als es lediglich 2.791 Fälle gab. Besonders auffällig ist die Situation in Wien, wo die Anzahl der Fälle die des gesamten Jahres 2023 bereits überschritten hat.
Bordetella pertussis
Keuchhusten, verursacht durch das Bakterium Bordetella pertussis, beginnt meist mit leichten Symptomen wie Schnupfen und Husten. Im weiteren Verlauf treten schwere, langanhaltende Hustenanfälle auf, die der Krankheit ihren Namen geben. Diese können bis zu 100 Tage andauern und führen häufig zu ernsthaften Komplikationen, besonders bei Säuglingen und älteren Menschen.
14-mal mehr als im Vorjahr
Die steigenden Fallzahlen bereiten Fachleuten Sorgen. In Wien allein wurden bis Mitte August 985 bestätigte Fälle gemeldet, mehr als 14-mal so viele wie im gesamten Vorjahr. Der Trend scheint sich in ganz Österreich und Europa fortzusetzen. Seit Beginn des Jahres sind bereits acht Säuglinge in Europa an Keuchhusten verstorben.
„Erschreckende“ Entwicklungen
Die Ärztekammer weist auf „erschreckende“ Entwicklungen hin und nennt große Impflücken als Hauptursache für den Anstieg der Fälle. Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer Johannes Steinhart fordert eine kostenlose Auffrischung der Vierfach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten. Er appelliert an die Politik, das Bewusstsein für die Gefahren der Krankheit zu schärfen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
PCR-Tests für Keuchhusten
Ein weiteres Problem ist die unklare Kostenübernahme für PCR-Tests auf Keuchhusten. Während der Gesundheitsdienst der Stadt Wien angibt, dass die Kosten für Tests unter bestimmten Bedingungen übernommen werden, berichtet die Ärztekammer von fehlender Klarheit und fordert eine umfassende Regelung. Dringend notwendig sei zudem eine rasche, kostenlose Diagnostik, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und die Hustenattacken zu mildern.
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Um dem Anstieg entgegenzuwirken, empfehlen Gesundheitsexperten, den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls Auffrischungen vorzunehmen. Besonders wichtig sei dies für Säuglinge, Kinder und ältere Erwachsene. Keuchhusten bleibt eine meldepflichtige Erkrankung. Betroffene sollten Gemeinschaftseinrichtungen und das Gesundheitswesen für die entsprechende Zeit meiden.