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Kindesentziehung

Kind verschwindet aus gesichertem Kindergarten – keiner weiß wie

Kind verschwindet aus gesichertem Kindergarten – keiner weiß wie
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Kleinkind, ein gesichertes Gelände, nasse Socken – und keine Erklärung. Der Fall aus Haldensleben lässt viele Fragen offen.

Ein zweijähriges Kind verschwindet während der Freispielzeit aus einem gesicherten Kindergartengelände in Haldensleben, Sachsen-Anhalt – und taucht kurz darauf rund 100 Meter entfernt auf einer Kreuzung wieder auf. Die Polizei schließt inzwischen aus, dass der Bub das Gelände selbständig verlassen hat, und ermittelt wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger.

Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Freitag. Der Vater hatte seinen Sohn gegen 7.30 Uhr in die Einrichtung gebracht. Gegen 10.15 Uhr wurde der Zweijährige zuletzt auf dem Außengelände gesehen, auf dem zu diesem Zeitpunkt insgesamt 45 Kinder spielten und acht Erzieherinnen von festen Positionen aus die Aufsicht führten.

Rätselhafte Umstände

Keine 15 Minuten nach dem letzten Sichtkontakt entdeckte eine Passantin den Buben auf einer Kreuzung in unmittelbarer Nähe des Kindergartens. Das Kind war körperlich unversehrt. Zunächst war nicht auszuschließen, dass es das Gelände auf eigene Faust verlassen hatte – doch dieser Verdacht erhärtete sich nicht.

Das Außengelände ist eingezäunt, die Türen waren nach Angaben der Stadtverwaltung verschlossen, und am Zaun wurden weder Beschädigungen noch Lücken festgestellt. Angesichts eines rund 1,50 Meter hohen Zauns halten die Behörden es für ausgeschlossen, dass ein Kleinkind dieses Hindernis allein überwunden haben könnte.

Zu den ungeklärten Umständen kommt ein weiteres rätselhaftes Detail: Als der Bub aufgefunden wurde, trug er nasse Socken – seine Schuhe, die er am Morgen noch an den Füßen gehabt hatte, blieben verschwunden. Auch eine gründliche Suche auf dem Kindergartengelände lieferte der Familie dafür keine Erklärung.

Belastung der Familie

Die Mutter berichtet zudem, dass sich ihr Sohn seit dem Vorfall merklich verändert habe. „Er ist komisch, so kenne ich ihn nicht. Er ist nicht so aufgeweckt wie sonst und möchte nicht wirklich essen …“, schrieb sie in einem Zeugenaufruf in den sozialen Netzwerken. Die gesamte Situation belaste die Familie schwer. Außerdem äußerte die Mutter Bedenken, ihr Kind künftig wieder in den Kindergarten zu schicken.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger. Wie das Kind das gesicherte Gelände verlassen konnte und ob tatsächlich eine fremde Person daran beteiligt war, ist nach wie vor ungeklärt. Auch ein mögliches Motiv ist bislang nicht bekannt.

Die Behörden suchen nach Zeugenhinweisen und versuchen zu rekonstruieren, was sich zwischen dem letzten Sichtkontakt auf dem Spielplatz und dem Auffinden des Kindes auf der Straße zugetragen hat.

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KO KOSMO-Redaktion
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