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Erdrutsch

Kinder von Mure verschüttet – Fünfjähriger stirbt

(FOTO: iStock/Spitzt-Foto/I_Valentin)
(FOTO: iStock/Spitzt-Foto/I_Valentin)

Ein idyllischer Familiennachmittag verwandelte sich in eine Katastrophe, als am Mittwochnachmittag im Bereich St. Marein bei Graz eine Mure niederging.

Ein 5-jähriger Junge fiel dem Unglück zum Opfer und konnte nur noch tot aus den Erdmassen geborgen werden. Bei dem verhängnisvollen Ereignis wurden zudem weitere Kinder teils verschüttet, von denen eines, schwer verletzt, rasch geborgen und umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen wurde.

Starke Regenfälle

Die Polizei gab bekannt, dass das Unglück sich in den frühen Abendstunden ereignete, als rund 100 Kubikmeter Erdmaterial sich in Bewegung setzten. Die Erdbewegung wurde durch die starken Regenfälle der letzten Tage ausgelöst.

Zur Zeit des Unglücks befand sich die Mutter mit ihren zwei Kindern und zwei weiteren „Besucherkindern“ auf einem Spazierweg nahe des Waldrandes, als sich die Erde unvermittelt in Bewegung setzte. Der Ort des Geschehens liegt im Gebiet von Siegensdorfberg, südwestlich der Gemeinde St. Marein bei Graz.

Umfassende Rettungsaktion

Die Mure setzte sich um etwa 17:00 Uhr in Bewegung und erstreckte sich auf ein Ausmaß von geschätzten 100 Kubikmetern. Umgehend wurden umfangreiche Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Unter Einsatz aller verfügbaren Ressourcen, darunter etwa 100 Feuerwehrleute und zwei Rettungshubschrauber. Besonders die Diensthunde erwiesen sich laut eines Polizeisprechers bei der Suche des verschütteten Kindes als unersetzlich. Zusätzlich wurden Drohnen zur Unterstützung bei der Suche eingesetzt. Die Polizei errichtete zudem Absperrungen in einem weiten Umkreis um den Unfallort, um die Einsatzkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen und eine sichere Umgebung für die Bergungsaktionen zu gewährleisten.

Krisenintervention im Einsatz

Angesichts des tragischen Ereignisses wurde auch ein Kriseninterventionsteam herangezogen, um sowohl den betroffenen Angehörigen als auch den Einsatzkräften psychologische Unterstützung zu bieten. Die Identität der Betroffenen wurde nicht bekanntgegeben. Es wird angenommen, dass die Mutter und ihre Kinder aus der unmittelbaren Umgebung stammen.

Anhaltende Gefahr durch Regenfälle

Diese Tragödie unterstreicht die anhaltenden Gefahren, die von den schweren Regenfällen in der Steiermark ausgehen. Mehr als eine Woche lang haben diese Niederschläge zu Instabilitäten und Erdrutschen an vielen Stellen geführt, glücklicherweise waren bisher keine Todesopfer zu beklagen. Trotz eines Nachlassens der Regenfälle im Laufe des Mittwochs, bleibt die Gefahr weiterhin bestehen, und die Behörden mahnen seit Tagen zu äußerster Vorsicht im Freien.

Bei einem Ortstermin am Abend zeigte sich auch Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) erschüttert über das Ereignis. „Es war ein ganz beherzter Einsatz. Leider ist es sich für den einen Buben nicht ausgegangen. Danke den Einsatzkräften, wir sollten alle an die Familie denken“, würdigte er den Einsatz der Rettungskräfte. „Man ist sprachlos. Es ist alles versucht worden.“