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400.000 MITGLIEDER

Kinderporno-Ring „Boystown“: Betreiber selbst Familienvater

(FOTOS: Facebook, iStockphoto)

Deutsche Ermittler haben eine der weltweit größten Kinderpornoplattformen „Boystown“ im sogenannten Darknet gesprengt. Einer der Betreiber soll selbst Familienvater sein.

Deutschen Beamten gelang es in Zusammenarbeit mit einer Taskforce und der Europol Mitte April einen der weltweit größten Kinderporno-Ringe im Darknet zu zerschlagen (KOSMO berichtete). Die Plattform „Boystown“ verzeichnete zuletzt über 400.000 Mitglieder und zeigte zum Teil schweren sexuellen Missbrauch und Misshandlungen von Buben. Im Zentrum der Ermittlungen standen vier deutsche Verdächtige im Alter von 40 bis 64 Jahren. Einer der Hauptverdächtigen ist der 49-jährige Alexander G. Besonders schockierend: G. soll selbst Vater von vier Söhnen sein.

IT-Spezialist und 4-fach-Vater
Wie RTL.de berichtet, soll Alexander G. einer der Hauptverdächtigen in einem der größten Kinderporno-Netzwerke der Welt sein. Er soll nicht nur einer der drei Betreiber von „Boystown“ gewesen sein, sondern auch der Programmierer der Darknet-Plattform, auf der rund 400.000 Mitglieder registriert waren. Nebenbei war G. ein Familienvater von 4 Kindern.

In einem Dorf im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn, östlich von München, lebte G. in einem Haus mit seiner Ex-Frau und seinen vier Söhnen. Er soll dort vor zehn Jahren mit seiner Familie hingezogen sein. Nach der Scheidung blieb G. in der unteren Hälfte des Hauses, während seine Ex-Frau gemeinsam mit ihrem neuen Freund und den vier Kindern eine Etage darüber einzog. Die Nachbarn beschrieben den Hauptverdächtigen als sehr umgänglich: G. habe als Programmierer in einer IT-Firma gearbeitet und den Nachbarn seine Hilfe bei Problemen mit ihren PCs angeboten. Doch was der 49-Jährige wirklich in dem Haus trieb, blieb im Dunkeln – bis jetzt!

Drei mutmaßliche Betreiber der Kinderporno-Seite festgenommen
Bei einer RazziaMitte April wurde das Haus von G. durchsucht und der 49-Jährige festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Der Programmierer soll einer der Köpfe der weltweit größten Kinderpornografie-Plattform im Darknet gewesen sein. Das Portal „Boystown“ hatte nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) mehr als 400.000 Mitglieder. „Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen befanden sich auch Aufnahmen des schwersten sexuellen Missbrauchs von Kleinkindern“, so die Ermittler in einer Aussendung. Mittlerweile ist die Plattform offline.

Neben G. wurden zwei weitere mutmaßliche Betreiber festgenommen. Ein 40-Jähriger aus Paderborn sowie ein 58-jähriger Norddeutscher, der seit mehreren Jahren in Paraguay lebt. Sie sollen die kinderpornografische Darknet-Plattformen als Administratoren betrieben haben. Ein weiterer Beschuldigter (64) aus Hamburg soll einer der aktivsten Nutzer der Plattform gewesen sein und über 3.500 Inhalte geteilt haben.

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