Aus „Spielplatz“ sollte „Spiel- und Aktionsfläche“ werden – doch jetzt bremst Kölns Oberbürgermeisterin Reker das Verwaltungsprojekt aus und verlangt eine Ratsentscheidung.
Die Kölner Spielplatz-Debatte erreicht den Stadtrat. Eine vor knapp zwei Jahren im Jugendhilfeausschuss getroffene Entscheidung sorgt nun für politischen Wirbel. Damals wurde die Entwicklung neuer Beschilderungen für die mehr als 700 Spielplätze der Stadt beschlossen. Die Verwaltung plante dabei, den Begriff „Spielplatz“ durch „Spiel- und Aktionsfläche“ zu ersetzen, da die bisherige Bezeichnung als zu eingrenzend betrachtet wurde.
Nach Darstellung der Stadtverwaltung entsprechen die aktuellen Schilder nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen. Die Freizeitflächen sollten künftig generationenübergreifende Begegnungsorte darstellen. In einer offiziellen Mitteilung betont die Stadt: „Insbesondere muss dem erweiterten Inklusionsgedanken, der die Diversität der Nutzer*innen in Rahmen ihres Alters, ihrer kulturellen Hintergründe und möglicher Behinderungen berücksichtigt, Rechnung getragen werden.“
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Die neu konzipierten Schilder zeigen verschiedene Aktivitäten wie Skateboardfahren, Ballspielen oder Sandkastennutzung. Eine Stadtsprecherin erläuterte, das Design solle neben Kleinkindern auch Jugendliche ansprechen.
Rekers Widerspruch
Oberbürgermeisterin Henriette Reker distanzierte sich am Mittwoch deutlich von diesem Vorhaben. Die parteilose Stadtchefin ließ über die Deutsche Presseagentur verlauten: „Ich persönlich finde die Bezeichnung ‚Spielplatz‘ klar und verständlich und habe angesichts der Herausforderungen, vor denen Köln steht, kein Verständnis dafür, dass sich die Verwaltung mit der Neugestaltung von Spielplatzschildern beschäftigt.“
Reker kündigte an, die Entscheidung über die Umbenennung dem Stadtrat zu überlassen. Die Oberbürgermeisterin kritisierte zudem, dass die Tragweite dieser Änderung offenbar unterschätzt worden sei. „Eine solche grundsätzliche Umbenennung ist kein einfaches Geschäft der laufenden Verwaltung“, erklärte Reker.
Stadtrat entscheidet
Sie ordnete an, den Vorschlag in der Stadtratssitzung am 4. September zur Abstimmung zu stellen.
Nur bei positivem Votum des Gremiums würde die Neubeschilderung tatsächlich umgesetzt werden.
Umfangreiches Umbenennungsprojekt
Konkret hatte die Stadtverwaltung ursprünglich geplant, ab Herbst 2025 mit dem Austausch der rund 700 Schilder zu beginnen. Die Begründung: Der Begriff „Spielplatz“ sei zu eingrenzend, während die neu konzipierten Schilder mit der Bezeichnung „Spiel- und Aktionsfläche“ ein breiteres Aktivitätsspektrum und verschiedene Nutzergruppen ansprechen sollten.
Die Oberbürgermeisterin betonte jedoch, dass bei einer so grundlegenden Änderung die politische Dimension nicht unterschätzt werden dürfe. Während die Verwaltung den Schritt als Teil einer inklusiveren und zeitgemäßeren Stadtgestaltung sah, stellt Reker nun die Prioritätensetzung angesichts anderer städtischer Herausforderungen in Frage.
Die Entscheidung liegt nun in den Händen des Stadtrats, der im September darüber abstimmen wird, ob die Umbenennung tatsächlich umgesetzt werden soll oder das Projekt gestoppt wird.