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REISEFREIHEIT

Können wir mit dem „Grünen Pass“ schon im Mai ans Meer?

(FOTO: iStockphoto)

Die Regierung kündigte am Mittwoch die EU-weite Umsetzung eines „Grünen Passes“, einer Art Impfzertifikat an. Damit soll das Reisen im Sommer wieder möglich sein – oder vielleicht auch schon früher?

Der „Grüne Pass“ könnte im Sommer wertvoller sein als ein Diplomatenpass: Die EU gab am Mittwoch grünes Licht für den „Grünen Pass“. Bis 1. Juni soll der digitale europäische Impfausweis auf den Weg gebracht werden. Hierzulande will die Regierung das Impfzertifikat jedoch schon im April zum Einsatz bringen – und damit vielleicht sogar schon zu den Fenstertagen im Mai mehr Reisefreiheit bieten. Was er kann und was er uns bringt: Wir haben 7 kurze Fragen und Antworten über den „Grünen Pass“ für euch zusammengefasst.

1. Was steht im „Grünen Pass“?
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte am Mittwoch den EU-Vorschlag. Der „Grüne Pass“ wird – wie von Österreich gefordert – folgende Informationen beinhalten:

  • Corona-Impfungen (Impfzertifikat)
  • Ergebnisse von Corona-Tests (Testzertifikat, PCR- oder Antigen-Test)
  • Frühere Covid19-Infektionen (Genesungszertifikat, frühestens 20 Tage nach dem ersten positiven PCR-Testergebnis auszustellen)

2. Wie schaut er aus?
Der „Grüne Pass“ wird digital (also für Handys) und in Papierform ausgestellt. Er ist in der jeweiligen Landessprache und in Englisch verfasst.

3. Ist er überall gleich?
Nein, die EU ermöglicht den Pass, die Umsetzung und die Bedingungen legen die Länder selbst fest. Der Grüne Pass wird kostenlos von den EU-Staaten an alle EU-Bürger, deren Familienangehörige und an in EU-Staaten ansässige Drittstaatsangehörige ausgestellt.

4. Was bringt das?
Die 27 EU-Staaten sollen den Pass gegenseitig anerkennen und dürfen selbst bestimmen, welche Freiheiten damit verbunden sind. Hier gibt es noch keine Einigkeit – Tourismusländer wie Österreich wollen damit natürlich das Reisen erleichtern.

5. Wann kommt er?
Die EU-Kommission plant, den digitalen europäischen Impfausweis bis 1. Juni auf den Weg zu bringen. Kanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärten jedoch am Mittwoch nach dem Ministerrat, den „Grünen Pass“ rascher umsetzen zu wollen – nämlich stufenweise ab April.

6. Was kann er?
Zunächst gilt er als Nachweis von Tests, ersetzt die Zettelwirtschaft und soll – mit QR-Codes – den Eintritt etwa zu körpernahen Dienstleistungen erleichtern. Später werden auch Geimpfte und Genesene den Pass verwenden können. Danach soll man mit dem Pass Lokale, Kulturevents und Sportereignisse besuchen können. Und natürlich verreisen dürfen!

7. Gibt es Kritik?
Ja, etwa wegen Datenschutzbedenken. Die Regierung betonte am Mittwoch jedoch, dass der „Grüne Pass“ nur die wichtigsten, Corona-relevanten personenbezogenen Daten enthält – etwa die Identifizierung der Person, den verwendeten Impfstoff, die Chargenzahl sowie Datum und Ort der Impfung oder Testung.

Aber auch die Kritik der Ungleichberechtigung steht im Raum: Diejenigen, die noch kein Impfangebot erhalten haben fühlen sich gefrotzelt.

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