Zucker wie 26 Würfel, Koffein wie zwölf Espressi – die KPÖ will Energydrinks für Kinder unter 14 Jahren verbieten lassen. Der Vorstoß scheiterte im steirischen Landtag.
Die Debatte um ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige hat in der Steiermark einen neuen politischen Vorstoß erfahren. Die KPÖ brachte am Dienstag einen Antrag im steirischen Landtag ein, der die Landesregierung auffordert, beim Gesundheitsminister für eine Altersbeschränkung beim Verkauf dieser Getränke an unter 14-Jährige zu intervenieren.
KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler untermauerte den Antrag mit konkreten Gesundheitsbedenken: „Ein Liter Energydrink enthält so viel Zucker wie 26 Stück Würfelzucker und so viel Koffein wie zwölf Espressi. Das kann nicht gesund sein.“ Besonders die Kombination mit Alkohol oder der Konsum während sportlicher Aktivitäten berge erhebliche Risiken. Die Partei verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen, die Energydrinks mit verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen, erhöhter Nervosität, Herzrasen und Bluthochdruck in Verbindung bringen.
Die von Klimt-Weithaler genannten Zahlen zeigen das Ausmaß der Problematik: Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) warnt, dass bereits eine einzige Dose Energydrink bei Jugendlichen den empfohlenen Tagesbedarf an Koffein deutlich überschreiten kann. Symptome einer Überdosierung sind unter anderem Herzrasen, Unruhe und Schlaflosigkeit, weshalb Fachleute vor dem Konsum größerer Mengen warnen.
Internationale Regelungen
Der internationale Vergleich zeigt unterschiedliche Regulierungsansätze: Während Lettland und Litauen den Verkauf an Personen unter 18 Jahren untersagen, haben Großbritannien und Polen Altersgrenzen bei 16 Jahren festgelegt. In Deutschland existieren – ähnlich wie in Österreich – derzeit keine gesetzlichen Altersbeschränkungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht sich indes für Verkaufsbeschränkungen bei Kindern und Jugendlichen aus.
In Österreich ist diese Diskussion nicht neu. Bereits vor vier Jahren hatte der damalige Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) ein Verkaufsverbot für unter 14-Jährige befürwortet. Konkrete Maßnahmen blieben jedoch aus. Der amtierende Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) erklärte kürzlich, dass gegenwärtig keine gesetzlichen Verbote geplant seien. Die Regierung setze stattdessen auf Aufklärungskampagnen und freiwillige Selbstverpflichtungen.
Antrag abgelehnt
Die steirische Landesregierung lehnte den Antrag der KPÖ am Dienstag mehrheitlich ab. SPÖ, ÖVP und Grüne stimmten gegen den Vorstoß, während sich die FPÖ enthielt. Somit bleibt es vorerst bei der freiwilligen Selbstregulierung einzelner Handelsketten, die den Verkauf von Energydrinks an Kinder unter 14 Jahren bereits eingeschränkt haben.
Nach dem Handyverbot in Schulen und der Debatte um Nutzungsbeschränkungen sozialer Medien könnte die Diskussion um Energydrinks von jungen Menschen als weitere Einschränkung ihrer Konsumfreiheit wahrgenommen werden.